Europa in Coburg

Feierliche Verleihung des 5. Coburger Europa-Preises im Riesensaal des Schlosses Ehrenburg

(Bericht über die Preisverleihung am 28. September 2017)

 

Einen besonderen Höhepunkt jedes Coburger EDIC-Jahres stellt die Verleihung des Coburger Europa-Preises dar: Jedes Jahr wetteifern zahlreiche Schulen aus den Regionen Coburg und Sonneberg um die begehrten Preise der Bewertungsjury. Bewerben können sich Schulen, Schulklassen, Schüler- oder Azubigruppen, die sich im Schuljahr 2016/17 aktiv mit Europa und der Europäischen Union auseinandergesetzt haben. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft von Hubertus Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha und wird großzügig gesponsort von der VR-Bank Coburg eG, der IHK zu Coburg und der Niederfüllbacher Stiftung.

Für den diesjährigen Europa-Preis wurde in der Kategorie „Schulpreis“ die Freiherr-von-Rast-Schule Staatliche Berufsschule I Coburg ausgewählt; das Motto „Europa an der Freiherr-von-Rast-Schule“ war für viele Schüler und Lehrer ein Jahr lang Programm: Mit Auslandspraktiken in Belgien, Schweden und Österreich, einer Europa-Projektwoche oder der Veranstaltung „Luther und Europa“….

Als Preisträger in der Kategorie Gruppenpreis für Gymnasien setzten sich Schülerinnen und Schüler vom Arnold-Gymnasium in Neustadt bei Coburg durch, mit ihrem Projekt „Fränkisch-Mallorqinischer Kulturaustausch – Mehr als Ballermann“: Im Oktober 2016 reisten 30 Choristen und 8 Schüler eines Organisatoren-Teams nach Palma de Mallorca zu ihrem Choraustausch mit dem bekannten Mädchenchor „San Francesco de Palma de Mallorca“. Neben zahlreichen weiteren Auftritten krönte diese musikalische Reise ein Konzert in der gewaltigen Kathedrale von Palma!

Die Sieger der Kategorie Gruppenpreis waren die Angehörigen der Musik-AG aus der Grund- und Mittelschule Bad Rodach mit der Aufführung ihres Musicals „Eule findet den Beat auf Europatour“. In drei begeisternden Vorstellungen verzauberten über 50 Schülerinnen und Schüler ihr Publikum – unter anderem auf der bekannten Waldbühne in Heldritt.

Für die angemessene Würdigung all dieser bemerkenswerten Leistungen im Geiste Europas fand am 28. September die Feierliche Preisverleihung im prachtvollen Riesensaal des Schlosses Ehrenburg statt. Hier wurden zunächst die Sieger-Projekte vorgestellt, ehe Schirmherr Hubertus Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha, gemeinsam mit den Förderern (Herr Kipke, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Coburg; Herr Schug, Vorstand; Herr Schnabel, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Coburg) die Urkunden und Preise überreichte: Der Schulpreis wurde mit einer Prämie von 750,- Euro dotiert, die Gruppenpreise mit Erlebnisfahrten für alle Beteiligten!

Den mitreißenden musikalischen Rahmen gestalteten die Preisträger vom Arnoldgymnasium und der Grund-und Mittelschule Bad Rodach.

Zum Ausklang des Festaktes bat Helge Jost Kienel, Leiter des Europe Informationszentrums Coburg, die Festgemeinde in den Hof der Ehrenburg zu einem heiteren Imbiss.

 

Auftaktveranstaltung  zur Internationalen Woche in Coburg am 24. September 2017

 

„E pluribus unum“ (aus vielen Eines) lautet die Devise im Großen Siegel der USA – ein Bekenntnis zur Überzeugung, dass Einigkeit ausgezeichnet auf Vielgestaltigkeit gedeihen kann.

Diesem schönen Gedanken verpflichtet sich auch die Stadt Coburg im Rahmen der „Internationalen Woche“. Am Sonntag, den 24. September startete dieser bunte Veranstaltungsreigen im Geiste kultureller Verständigung mit einem Fest auf dem Coburger Marktplatz –veranstaltet vom Sozialreferat der Stadt Coburg und dem Stadtmarketing. Zahlreiche Organisationen und Gruppen, wie die Caritas, das AWO Mehr-Generationen-Haus Coburg, die Internationale Islamische Gemeinde Coburg e.V. oder „Schmetterlingseffekte e.V.: Kochen für Weltbürger“ errichteten mit ihren Ständen eine bunte Zeltstadt rund um das Denkmal von Prinz Albert.

Natürlich durfte hier auch das Europe Direct Informationszentrum Coburg nicht fehlen: Den ganzen Nachmittag über beantworteten Rainer Maier und Helge Jost Kienel die Fragen vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger, die mit ihrem eifrigen  Interesse bewiesen, wie sehr aktuelle Europa-Themen gerade die Mitte unserer Gesellschaft bewegen… Besonders die Herausforderungen des „Brexit“ bildeten immer wieder Anstoß zu lebhaften Diskussionen im Zelt des Europe Direct Coburg. Die hohe Attraktivität des bunten Angebotes auf dem Marktplatz unter den Klängen eines abwechslungsreichen Bühnenprogramms belegten  viele hundert Besucher – Coburger und Gäste aus aller Welt – die auch den internationalen Köstlichkeiten begeistert zusprachen. Einen  ganz besonderen Beitrag zur fröhlich-gelösten Atmosphäre an diesem Sonntag-Nachmittag leistete das EDIC mit seinen vielen blau-gelben Europaluftballons, die bald überall auf dem Platz von zahllosen Kindern geschwenkt wurden und  die ohnehin  vielgestaltige  Menge mit weiteren heiteren Farbtupfern sprenkelten.

In der kommenden Woche folgen im Rahmen der „Internationalen Woche“ (24. 09.2017 – 04.10.2017) dann  zahlreiche spannende Veranstaltungen, wie z.B. „internationales Kochen“, „Frauentreff. Treff für Frauen aller Herkunftsländer“, „internationales Kaffeekränzchen“ oder „Tag der offenen Moschee“ und vieles mehr…

(Informationen zur Internationalen Woche erhalten sie unter http://www.coburg.de/stadtmarketing)

 

Coburg – schon lange Europas heimliche Hauptstadt

Bereits im Hochmittelalter lag Coburg an einem frequentierten Handelsweg, der den Norden mit dem Süden des Reiches verband. 1126 wurde die Stadt in einer Papstbulle erwähnt – ein Zeichen, dass Coburg schon früh in Europa wahrgenommen wurde. Später fand hier Martin Luther Zuflucht – ein Mann, der Europa nachhaltig geprägt hat. Außerdem war die Stadt Schauplatz des 30-Jährigen Krieges, in den ganz Europa verwickelt war. Von Oktober 1806 bis Juli 1807 stand Coburg sogar unter französischer Verwaltung.

Die größte Rolle spielte Coburg aber nicht im Krieg, sondern auf einer ganz anderen Bühne  – der Heiratspolitik. Das Herzoghaus exportierte ab 1796 seine Nachkommen in zahlreiche Länder des Kontinents: Portugal, Bulgarien, Belgien, Großbritannien, Russland, Rumänien und Schweden. Vor allem aus der Verbindung von Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha mit der englischen Königin Victoria stammen viele Ahnen europäischer Königshäuser: Das Paar hatte neun Kinder und 42 Enkelkinder, von denen viele geschickt verheiratet wurden. In der Stadt versammelte sich zu dieser Zeit der europäische Hochadel, so dass von Coburg als der heimlichen Hauptstadt Europas gesprochen wurde.

Dieses – durch verwandtschaftliche Beziehungen vereinte – Europa hielt allerdings nicht lange. Ein Krieg nach dem anderen brach auf dem Kontinent aus. Tausende von jungen Coburgern mussten gegen Franzosen, Engländer und Russen kämpfen. Erst 1945 hatte das Leid ein Ende – und Coburg rutschte durch die Teilung des Kontinents vom Zentrum an den Rand Europas. Erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kehrte die Stadt zurück in den Mittelpunkt der heutigen Europäischen Union – in den Mittelpunkt einer neuen Friedensordnung, die den Bürgern die bislang längste Friedenszeit auf dem Kontinent beschert hat.

Literatur: Melville, Gert: Coburg im Netzwerk Europas (=Coburger Geschichtsblätter, Jahresband 2008)

 Coburg in Europa heute

europastadt
Europa-Schilder an den Ortseingängen zeugen davon: Coburg fühlt sich dem europäischen Gedanken verpflichtet. Simeon II, König der Bulgaren (links) und Norbert Kastner, damals Oberbürgermeister, brachten die Schilder gemeinsam an. Foto: Büro OB, Stadt Coburg

Auch aufgrund der – eng mit Europa verbundenen – Geschichte fühlen sich die Stadt und der Landkreis Coburg noch heute dem europäischen Gedanken verpflichtet. Davon zeugen unter anderem die Europa-Schilder an den Ortseingängen. Sie weisen auf die Verbundenheit der Stadt zur Europäischen Union hin.

Doch der Europa-Gedanke wird nicht nur nach außen getragen, sondern auch in der Stadt gelebt:Schulen setzen mit Partnerschulen in anderen europäischen Ländern Projekte um, organisieren Schüleraustausche und veranstalten Europatage. Das „International Office“ der Hochschule entsendet Studenten für ein bis zwei Semester ins europäische Ausland und empfängt und betreut Studenten aus anderen Ländern in Coburg.

Für internationale Beziehungen sorgen die Städtepartnerschaften in Stadt und Landkreis, die durch  gegenseitige Besuche mit Leben erfüllt werden. Coburger  Unternehmen pflegen wirtschaftliche Beziehungen in ganz Europa.

Auch im Bereich Kultur und Veranstaltungen ist Coburg weltoffen und vielfältig: Das Samba-Festival bringt jedes Jahr nicht nur die Stadt zum Beben, sondern zieht auch Musikgruppen, Sänger, Tänzer und Gäste aus ganz Europa und der Welt an.

europapreisverleihung5
Die Ehrenplakette des Europarats überreichte Johanna Schicker, früheres Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, Coburg OB Norbert Tessmer 2016. Foto: Franziska Bartl/ Europe Direct

Das Europe Direct Informationszentrum an der Volkshochschule ist für Schulen, Unternehmen und Bürger Anlaufstelle für Informationen rund um Europa und die EU.

Für ihr Engagement um das Zusammenwachsen Europas wurde die Stadt Coburg schon mehrfach vom Europarat ausgezeichnet: 1997 mit dem „Europadiplom“, 2009 mit der „Europafahne“ und 2016 mit der „Europaplakette“. All dies ist Voraussetzung, um sich um den „Europapreis“ zu bewerben, die höchste Auszeichnung des Europarats, den jährlich nur eine oder zwei Städte in ganz Europa erhalten.

 

Aus: Europa in Coburg. Eine Veröffentlichung des Europe Direct Informationszentrums Coburg

Mehr über „Europa in Coburg“ erfahren

hefttitelMehr über  „Europa in Coburg“ lesen Sie in der gleichnamigen Broschüre, die Sie kostenlos in gedruckter Form in Ihrem Europe Direct Informationszentrum Coburg erhalten, oder hier als pdf herunterladen können.

Die Broschüre informiert auf 28 Seiten unter anderem über hiesige Infrastrukturprojekte, die durch EU-Gelder gefördert wurden und werden, wie etwa den Goldbergsee als Hochwasserrückhaltebecken und Naherholungsgebiet oder den Umbau des ehemaligen Schwimmbads in Witzmannsberg zum Kulturzentrum. Auch Schul-, Kultur-, Forschungs- und Bildungs-Projekte, die die EU vor Ort ermöglicht, werden anschaulich erklärt.

Ferner geht es um die Städte- und Gemeindepartnerschaften der Stadt Coburg und der Städte und Gemeinden im Landkreis, um die zahlreichen Schulprojekte, Schulpartnerschaften und Schüleraustausche, um die Vorteile des europäischen Binnenmarkts für die hiesige Wirtschaft, die Vorteile für Verbraucher vor Ort durch EU-Gütesiegel, die grenzübergreifende Zusammenarbeit der Polizei in Oberfranken mit der im angrenzenden Tschechien und vieles mehr!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s