Willkommen

 

Liebe Besucherin, lieber Besucher,  EDILogo

herzlich willkommen auf den Seiten des Europe Direct Informationszentrums Coburg!

Wir möchten Ihnen die Möglichkeit bieten, sich ausführlich über die Europäische Union und unsere Arbeit vor Ort zu informieren.

Mit den besten Wünschen für eine spannende und vergnügliche Lektüre,

Ihr Team von Europe Direct Coburg

 

 

„Wenn Europa Realität werden will, müssen wir in der Lage sein, mit uns selbst und mit unseren Brüdern und Schwestern zu leben.“

(Sir Peter Ustinov, britischer Regisseur, Schauspieler und Schriftsteller; 1921 – 2004)

 

 

Brexit-Verhandlungen: Ein Sprung nach vorne…

„…uns ist jetzt ein erster Durchbruch gelungen.“ Davon war Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker offensichtlich überzeugt, als er am Freitag, den 8. Dezember, von einem Brexit-titelFrühstück mit Theresa May zurückkehrte. Optimistisch fuhr er fort: „Ich sehe mit Genugtuung, dass wir einen fairen Deal mit dem Vereinigten Königreich erzielt haben. Wenn sich die 27 Mitgliedstaaten unserer Bewertung anschließen, ist der Weg frei, damit die Europäische Kommission und unser Chefunterhändler Michel Barnier sofort die zweite Phase der Verhandlungen in Angriff nehmen können“.

Schon die militärische Metapher spricht für einen bedeutenden Sprung nach vorne – immerhin stand ein „Durchbruch“ in der Antike für das Aufbrechen der gegnerischen Schlachtreihe, dem meist die Auflösung und chaotische Flucht des Gegners folgten…

Tatsächlich hat die EU-Kommission dem Europäischen Rat empfohlen, die bisherigen Fortschritte der Artikel 50-Verhandlungen (zwischen der EU und GB) als ausreichend zu bewerten. Zuvor war unter anderem um die Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien gestritten worden, außerdem über Finanzen und  Fragen um die UK-irische Grenze.

Sollte der Europäische Rat nun tatsächlich mit den Erfolgen der Unterhandlungen zufrieden sein, begönnen (als zweite Phase) zügig die Verhandlungen um das eigentliche  Brexit-Abkommen: Der Weg bis zum endgültigen Austritt des Vereinigten Königreichs dürfte sich damit  für die meisten Beteiligten als weiterhin schmerzlich und mühsam gestalten…

 

 

 

Das Europäische Solidaritätskorps feiert seinen 1. Geburtstag!

 

die österreichische Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner (1843 - 1914)
die österreichische Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner (1843 – 1914)

„Nach „lieben“ ist „helfen“ das schönste Zeitwort der Welt“ – meinte zumindest die  österreichische Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner.

Tatsächlich ist tätige Hilfe auch in den Territorien der (durchaus nicht immer ganz so) reichen EU-Staaten auch heute noch bitter nötig, z.B. im Umweltschutz, der Armutshilfe, sozialen Brennpunkten usw….  Daher hat die Europäische Union vor einem Jahr das Europäische Solidaritätskorps gegründet – einen zivilen Freiwilligendienst aus 18- bis 30-Jährigen, die sich für eine aktive und nachhaltig hilfsbereite Gesellschaft engagieren wollen. Zumindest bewerben können sich Jugendliche bereits mit 17 Jahren – für eine Dienstzeit  von zwei Monaten bis zu einem Jahr. Ganz besonders achtet  das Solidaritätskorps auf die Grundhaltung der Bewerber, die sich durch Werte wie ein „Bekenntnis zu Chancengleichheit, Vielfalt, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und Gleichheit“ ausdrücken soll. Umgekehrt dürfen die jungen Menschen während ihrer Tätigkeit mit einem respektvollen Umgang rechnen und können zu jedem Zeitpunkt ihr freiwilliges Dienstverhältnis  aufkündigen – wodurch ein Maximum an Flexibilität gewährleistet bleibt.

Schon in ihrem Geburtsjahr war der Zuspruch für diese junge Organisation beachtlich: Über 42.500 Bewerber haben sich  für das Solidaritätskorps gemeldet, wobei  die größte Begeisterung in Italien (7178 Anmelder) und Spanien (6777 Anmelder) zu spüren war; immerhin 3160 junge Menschen meldeten sich aus der Bundesrepublik Deutschland.

Das Europäische Solidaritätskorps bietet Möglichkeiten für Jugendliche, die ihren Horizont friedlich erweitern, neue Länder und Menschen kennen lernen und tätig an einer solidarischen europäischen Gesellschaft mitwirken wollen.

Wir wünschen herzlich alles Gute  zum 1. Geburtstag!

Weitere Informationen zum Europäischen Solidaritätskorps unter:  https://europa.eu/youth/SOLiDARITY_de

 

 

Einladung:

„Wir glühen für Europa!“

Am 19. Dezember trifft sich die Coburger „Pulse-of-Europe“-Gruppe um 19.00 Uhr zu einer heiteren Runde auf dem Coburger Weihnachtsmarkt (Treffpunkt: Albert-Denkmal).

Alle begeisterten Europäer sind herzlich willkommen!

 

 

Die Wanderausstellung „60 Jahre Römische Verträge“ ist eröffnet!

 

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Dr. Alexander Wolz begrüßt seine Gäste im Foyer des Staatsarchivs

Am 4. Dezember luden das Staatsarchiv Coburg und das Europe Direct Informationszentrum Coburg zur Feierlichen Eröffnung der Wanderausstellung „60 Jahre Römische Verträge“: Zunächst begrüßte  der Leiter des Staatsarchivs und Gastgeber Dr. Alexander Wolz die Feiergemeinde im Foyer des Zeughauses. Anschließend führte Helge Jost Kienel, Leiter des EDIC, durch die Vorgeschichte der „Römischen Verträge“, die am 25. März 1957 in Rom unterzeichnet wurden (durch die Vertreter der Bundesrepublik Deutschland, Frankreichs, Italiens, des  Luxemburgs, Belgiens und der Vereinigten Niederlande):

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Helge Jost Kienel während der Eröffnungsrede

„Mit diesen epochalen  Verträgen war der Idee einer friedlichen Zusammenarbeit in Europa ein gewaltiger Sprung in Richtung der heutigen EU gelungen!“ Organisiert wurde die Wanderausstellung durch die Historical Archives of the European Union unter der wissenschaftlichen Überwachung von Federico Romero (European University Institute) und Antonio Vasari (University of Padova).

Bis Weihnachten kann die Ausstellung im Foyer des Staatsarchivs (Herrngasse 11, 96450 Coburg) besichtigt werden.

 

 

Neues aus Brüssel

23 EU-Staaten wagen „Pesco“

Am Montag, den 13. November, schrieben die Verteidigungs- und Außenminister von 23 EU-Staaten Geschichte: Sie unterzeichneten eine offizielle Notifizierungsurkunde für engere militärische Zusammenarbeit!

Kampfpanzer der Bundeswehr Leo2A5
der Kampfpanzer Leopard 2 wird unter anderem  von den EU-Ländern Finnland, Griechenland und Polen verwendet

Das Stichwort, unter dem diese Kooperation florieren soll, lautet „Pesco“ – für „Permanent Structured Cooperation“ (engl: „Ständige Strukturierte Zusammenarbeit“). Zur Gruppe dieser Willigen zählen die Zugpferde Frankreich und Deutschland ebenso, wie Spanien, Italien und …  Luxemburg. Nicht mit an Bord sind Dänemark, Irland, Malta und Portugal; dass sich das Vereinigte Königreich hier zurückhält, dürfte sowieso klar sein.

Diese engagierte Kooperation soll durch unterschiedliche Marschgeschwindigkeiten geprägt werden: Das Maß ihrer Beteiligung bestimmen demnach immer noch die Teilnehmerstaaten. Andererseits liegt bereits eine lange Liste mit Vorschlägen auf dem Tisch, von einem gemeinsamen Sanitätskommando bis hin zu grenzübergreifender Transportplanung oder kollektiven europäischen Kampfgruppen.

Das Bekenntnis zur Einstimmigkeit allerdings mag sich als problematisch erweisen, indem es Querulanten eine überdurchschnittliche Macht zuspielt.

Trotzdem verpflichten sich alle Pesco-Staaten zu einem Katalog von 20 Grundsätzen als gemeinsame Handlungsgrundlage; das Dogma zu stetig steigenden nationalen Militärausgaben dürfte freilich zu Konflikten führen, da die Kontrolle des Budgets in Demokratien ja immer noch bei den Parlamenten liegt.

Natürlich will die Pesco nicht die Nato ersetzen, sondern ergänzen – d.h. die Verteidigungsausgaben der Pesco-Mitglieder harmonisieren und die Ergebnisse optimieren.

Die 23 Unterzeichnerstaaten der Notifizierungsurkunde bekunden in Zeiten des Brexit einen kühnen Optimismus unter der Flagge Europas und richten ihren Blick dorthin, wo sich das Schicksal der EU entscheiden wird: in die Zukunft!

 

 

 

Wissen über die EU

Ehemalige EU-Beitrittsländer

 

In den europäischen Medien kreist die Berichterstattung regelmäßig um aktuelle oder sogar künftige EU-Beitrittskandidaten. Kaum die Rede aber ist von diesen Ländern, die bereits von dieser Liste gestrichen wurden. Hierzu zählen z.B. Norwegen, die Schweiz, aber auch Island und Marokko!

Wappen der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Wappen der Schweizerischen Eidgenossenschaft

Tatsächlich hatte Marokko schon 1987 seinen Aufnahmeantrag eingereicht, der allerdings sehr zügig zurückgewiesen wurde, da das nordafrikanische Königreich eine Grundvoraussetzung für die Mitgliedschaft beim besten Willen nicht erfüllte: Marokko liegt immerhin auf dem afrikanischen Kontinent und besitzt nicht die geringsten europäischen Territorien.

Auch die neutrale Schweiz hatte in den neunziger Jahren ihr Beitrittsgesuch nach Brüssel geschickt; doch die national-stolzen Eidgenossen blockierten diese Initiative prompt durch eine Volksabstimmung: Am Nikolaustag 1992 wandten sie sich mit knappen 50,3 % aller abgegebenen Stimmen gegen die europafreundliche Politik ihres Parlamentes.

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Wappen des Königreichs Norwegen

Besonders hartnäckig rang das Königreich Norwegen um die Aufnahme in EG und EU: Zwischen 1962 und 1994 beantragte es gleich viermal seinen Beitritt – aber immer vergeblich; denn in zwei Fällen torpedierte Frankreich entschieden das norwegische Gesuch und gleich zweimal machten die Norweger durch Volksabstimmungen die Bemühungen ihrer eigenen Regierung zunichte!

Ein weiteres skandinavisches Land düpierte die EU dann im Jahr 2015: Nachdem Island schon 2009 seinen Beitritts-Antrag gestellt hatte, brach der Inselstaat – nach äußerst wechselvollen Verhandlungsjahren – den Beitrittsprozess 2015 brüsk ab!

 

 

„EUROPA – GRENZENLOS?“

Das Herz von „Pulse of Europe“ schlägt in Coburg kräftig weiter!

Am Samstag, den 4. November, gestalteten Pulse of Europe und das EDIC-Coburg einen faszinierenden Nachmittag rund um Europa – mit zahlreichen Vorträgen und äußerst lebhaften Diskussionen.

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Helge Jost Kienel (Leiter des Europe Direct Informationszentrums Coburg); Foto: Rainer Maier
Wie sehr die Zukunft Europas unsere Gesellschaft bewegt, bewies um 14.00 Uhr ein stattlicher Zirkel Coburger Europa-Enthusiasten im Pfarr-Zentrum St. Augustin: nach einer herzlichen Begrüßung der Organisatoren Rainer Maier und Kim Moore starteten die fünf Referenten ihren Reigen spannender Impulsvorträge: Das mythologisch-kunsthistorische Fundament legte Helge Jost Kienel mit „Das Motiv der entführten Europa in der bildenden Kunst“, dann folgte „Konfliktfeld Europa: Literarische Stimmen aus östlichen Ländern“ (Dozent:  Dr. Heinritz) und „Europas Grenzen: Vom römischen Reich zur Europäischen Union“ von Hr. Lochner.

Nach diesen kurzen, aber intensiven Themenimpulsen gruppierten sich die Teilnehmer zu engagierten Gesprächsrunden, um ihre frisch gewonnenen Eindrücke und Gedanken äußerst kontrovers auszutauschen und zu diskutieren.

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Hr. Lochner während seines Vortrags „Europas Grenzen: Vom römischen Reich zur Europäischen Union“; Foto: Rainer Maier
Anschließend kreiste ein zweiter Themen-Block um das große aktuelle Thema „Flucht und Asyl“: Hr. Körner las hierzu ergreifende Auszüge aus Ilija Trojanows Buch „Nach der Flucht“, ehe Dr. Kaufner „Die Situation von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Coburg“ sehr eindrücklich und detailreich beleuchtete.

Das Interesse – ja die Begeisterung – so vieler Coburger Bürger an diesem bunten Nachmittag zeigen mehr als deutlich:

Wenn Europa heute tatsächlich an einem Scheideweg steht, dann ist es wichtiger als jemals, die Begeisterung, Ideen und Wünsche all der Menschen nach Brüssel zu tragen, deren Herz für Europa brennt und schlägt!

 

 

Noch mehr Wissen über die EU

Die Unionsbürgerschaft

Die EU belegt in vieler Hinsicht eine bemerkenswerte Sonderstellung in der Geschichte: So ist z. B. die Europäische Union kein Staat, besitzt aber trotzdem über 511 Mio. Bürger! Für dieses Kunststück „leiht“ sich die EU die Bürger ihrer Mitgliedsstaaten, indem sie diesen seit 1992 automatisch ihre „Unionsbürgerschaft“ gewährt. Diese bildet daher genau genommen eine Erweiterung der nationalen Staatsbürgerschaften durch einen Katalog von Rechten, wie Diskriminierungsverbot, Freizügigkeit (innerhalb der EU- Staaten) oder Wahlrecht zum Europäischen Parlament…

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Reisepass der Republik Österreich

Der Vertrag von Amsterdam (1997) stellte klar: „Es wird eine Unionsbürgerschaft eingeführt. Unionsbürger ist, wer die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaats besitzt. Die Unionsbürgerschaft ergänzt die nationale Staatsbürgerschaft, ersetzt sie aber nicht.“ (Art. 17 (8 I)) Eigentlich sollten diesen Rechten der EU-Bürger auch Pflichten zur Seite stehen, die aber bisher nicht genauer formuliert und daher auch nicht eingefordert wurden. Weiterhin bestimmen schon seit dem Vertrag von Maastricht (1992) die einzelnen EU-Mitgliedstaaten, wer für die Unionsbürgerschaft in Frage kommt: So zählen z.B. die Bewohner der Faröer-Inseln zu den Untertanen der dänischen Krone, erhalten aber nicht automatisch die EU-Bürgerschaft. Auch die Kanalinseln Guernsey und Jersey unterstehen Königin Elisabeth II. von England, gehören aber nicht zur EU… Ansonsten demonstrieren die EU-Staaten eine auch äußerliche Einigkeit, indem sie Reisepässe in ähnlichem Burgunder-Rot ausgeben, die außerdem die Prägung „Europäische Union“ in der jeweiligen Landessprache führen.

 

 

Wissen über die EU

 

Spaniens „autonome Gemeinschaften“

In den letzten Wochen dröhnen die Medien vor Nachrichten über die autonome Region Katalonien in Spanien. Bereits die Bezeichnung „autonom“ erweckt dabei Assoziationen einer weitgehend von Madrid emanzipierten Gegend. In Wahrheit besteht das Königreich Spanien aus insgesamt 17 autonomen Gemeinschaften und zwei sogenannten „ciudades autónomas“, den autonomen Städten Ceuta und Melilla in Nordafrika.

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Wappen des Königreichs Spanien

Die Geschichte der Rechts-Stellung dieser Provinzen ist dramatisch: Schon als sich Aragon, Kastilien-León und Navarra im 15. Jahrhundert zusammenschlossen, bewahrten sich alle drei Teilreiche ihre Identität – z.B. durch individuelle Gesetze. Zwar gingen diese Privilegien im Absolutismus weitgehend verloren, doch nach dem Sturz der Monarchie erhielten zunächst Katalonien und das Baskenland die begehrte Autonomie – nach dem Ende der Franco-Diktatur folgten so genannte „Prä-Autonomien“ für weitere Regionen.

In der spanischen Verfassung von 1978 wurde schließlich die Unteilbarkeit Spaniens in einem Atemzug mit dem Autonomiestatus seiner Provinzen geklärt: So fordert Artikel 2 sowohl die „unauflösliche Einheit der spanischen Nation“ als auch das „Recht auf Autonomie der Nationalitäten und Regionen“… Im Jahr 1983 war mit den Autonomiestatuten der Balearen, von Extremadura, Kastilien-León und Madrid die Einrichtung der autonomen Gemeinschaften abgeschlossen. Spanien besitzt damit eine höchst bemerkenswerte Verfassung: Es ist kein Zentralstaat, aber auch kein Bundesstaat; seine Regionen unterscheiden sich zwar extrem in Größe und Autonomiegrad, doch stellen sie alle auch keine eigenständigen Staaten dar….

Wenn es Spanien daher auch in Zukunft versteht, friedlich und mit respektvoll seine Einheit zu wahren, könnte es Europa als gutes Beispiel dienen – für das große Ideal der „Einheit in Vielheit“!

 

 

Veranstaltungs-Bericht:

„Das Vereinigte Königreich, Europa und der Brexit“.

 (Vortrag von Birgit Schmitz-Lenders, Leiterin der Europäischen Akademie Bayern e.V.)

Am Montag, den 9. Oktober zündete die vhs-Coburg Stadt und Land gemeinsam mit dem Europe Direct Informationszentrum einen zweiten Höhepunkt ihrer Reihe „Der Brexit – Chance oder Risiko?“: Die Leiterin der Europäischen Akademie Bayern e.V., Frau Birgit Schmitz-Lenders, faszinierte ihr Publikum in der Aula des Gymnasiums Casimirianum mit dem hochaktuellen Vortrag „Das Vereinigte Königreich, Europa und der Brexit“.

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Birgit Schmitz-Lenders in der Aula des Gymnasiums Casimirianum (Foto: Rainer Maier)
Zunächst setzte sich die Juristin und Politikwissenschaftlerin mit dem Ergebnis des Brexit auseinander – z.B. der sehr uneinheitlichen Stimmenverteilung quer durch die Regionen und Altersgruppen Großbritanniens. Anschließend wagte sie einen Blick auf die Geschichte und die Ursachen, die hinter dem „Brexit“ liegen mögen; so stellte die Referentin fest, dass erst die Hoffnung auf ökonomische Vorteile den Inselstaat 1973 in die EG gelockt hätten, als „Folge einer wirtschaftlichen Krise“. Schon im Jahr 1975 habe es jedoch ein erstes Referendum gegeben, in dem die Briten über einen möglichen Austritt abstimmten, allerdings hätten sich damals 67% der Bevölkerung für den Verbleib ausgesprochen.

Dann arbeitete Schmitz-Lenders die langjährige distanzierte Haltung Großbritanniens gegenüber der EU heraus – eine Position, die sie als „Mittel zum Zweck“ umschrieb. Durch zahlreiche Sonderregelungen sei es dem Vereinigten Königreich gelungen, sich eine exponierte Rolle innerhalb der EU zu sichern, was man durchaus als „cherry picking“ umschreiben könne. Weiterhin habe bereits eine Umfrage aus dem Jahr 1980 ergeben, dass 71 % der Briten schon damals den Austritt befürwortet hätten.

Andererseits sei Großbritannien aber auch vielfach mit der Europäischen Union verflochten, z.B. als dritt-größter Nettozahler, durch das Finanzzentrum London oder immerhin 3-Mio. EU-Bürger, die inzwischen in GB leben.

Als einen Grund für den Erfolg der Brexit-Befürworter führte Schmitz-Lenders deren Belegung positiver Bilder an, während die Brexit-Gegner negativ mit Warnungen und Ängsten gearbeitet hätten. Tatsächlich ergäben Umfragen, dass auch ein Jahr nach dem Referendum  in GB noch ein ganz ähnliches Ergebnis zu erwarten wäre.

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Birgit Schmitz-Lenders, Leiterin der Europäischen Akademie Bayern e.V. (Foto: Rainer Maier)
Schließlich erläuterte die Referentin sehr anschaulich die zahlreichen und wechselseitigen Folgen eines Brexit  – sowohl für Großbritannien als auch für die verbleibenden EU-Staaten. So würden z.B. die osteuropäischen Staaten einen Verbündeten ihrer europäischen Russlandpolitik verlieren, die kleineren Staaten dagegen ein Gegengewicht zu Frankreich und Deutschland; für die Bundesrepublik schließlich würde der Brexit das Ausscheren ihres drittwichtigsten Exportlandes aus dem europäischen Binnenmarkt und wohl zugleich höhere Beiträge bedeuten.

Ungelöst blieben bisher zahlreiche und entscheidende Zukunftsfragen, so die „Abschlussrechnung“ für Großbritannien, die Frage der Rechte der EU-Bürger im Vereinigten Königreich oder die Grenzfrage zwischen Nordirland und der Republik Irland….

 

Feierliche Verleihung des 5. Coburger Europa-Preises im Riesensaal des Schlosses Ehrenburg

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(Bericht über die Preisverleihung am 28. September 2017)

Einen besonderen Höhepunkt jedes Coburger EDIC-Jahres stellt die Verleihung des Coburger Europa-Preises dar: Jedes Jahr wetteifern zahlreiche Schulen aus den Regionen Coburg und Sonneberg um die begehrten Preise der Bewertungsjury. Bewerben können sich Schulen, Schulklassen, Schüler- oder Azubigruppen, die sich im Schuljahr 2016/17 aktiv mit Europa und der Europäischen Union auseinandergesetzt haben. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft von Hubertus Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha und wird großzügig gesponsort von der VR-Bank Coburg eG, der IHK zu Coburg und der Niederfüllbacher Stiftung.

Für den diesjährigen Europa-Preis wurde in der Kategorie „Schulpreis“ die Freiherr-von-Rast-Schule Staatliche Berufsschule I Coburg ausgewählt; das Motto „Europa an der Freiherr-von-Rast-Schule“ war für viele Schüler und Lehrer ein Jahr lang Programm: Mit Auslandspraktiken in Belgien, Schweden und Österreich, einer Europa-Projektwoche oder der Veranstaltung „Luther und Europa“….

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Vertreter der Freiherr-von Rast-Schule Staatliche Berufsschule I Coburg (Sieger in der Kategorie „Schulpreis“) mit Schirmherr Erbprinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha, Helge Jost Kienel (Leiter des Europe Direct Informationszentrums) und Siegmar Schnabel (Hauptgeschäftsführer der IHK zu Coburg). (Foto: Nadine Düthorn)

Als Preisträger in der Kategorie Gruppenpreis für Gymnasien setzten sich Schülerinnen und Schüler vom Arnold-Gymnasium in Neustadt bei Coburg durch, mit ihrem Projekt „Fränkisch-Mallorqinischer Kulturaustausch – Mehr als Ballermann“: Im Oktober 2016 reisten 30 Choristen und 8 Schüler eines Organisatoren-Teams nach Palma de Mallorca zu ihrem Choraustausch mit dem bekannten Mädchenchor „San Francesco de Palma de Mallorca“. Neben zahlreichen weiteren Auftritten krönte diese musikalische Reise ein Konzert in der gewaltigen Kathedrale von Palma!

Die Sieger der Kategorie Gruppenpreis waren die Angehörigen der Musik-AG aus der Grund- und Mittelschule Bad Rodach mit der Aufführung ihres Musicals „Eule findet den Beat auf Europatour“. In drei begeisternden Vorstellungen verzauberten über 50 Schülerinnen und Schüler ihr Publikum – unter anderem auf der bekannten Waldbühne in Heldritt.

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Schülerinnen und Lehrerinnen der Grund- und Mittelschule Bad Rodach mit Schirmherr Hubertus Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha, sowie Siegmar Schnabel (Hauptgeschäftsführer der IHK zu Coburg). (Foto: Nadine Düthorn)

Für die angemessene Würdigung all dieser bemerkenswerten Leistungen im Geiste Europas fand am 28. September die Feierliche Preisverleihung im prachtvollen Riesensaal des Schlosses Ehrenburg statt. Hier wurden zunächst die Sieger-Projekte vorgestellt, ehe Schirmherr Hubertus Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha, gemeinsam mit den Förderern (Herr Kipke, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Coburg; Herr Schug, Vorstand; Herr Schnabel, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Coburg) die Urkunden und Preise überreichte: Der Schulpreis wurde mit einer Prämie von 750,- Euro dotiert, die Gruppenpreise mit Erlebnisfahrten für alle Beteiligten!

Den mitreißenden musikalischen Rahmen gestalteten die Preisträger vom Arnoldgymnasium und der Grund-und Mittelschule Bad Rodach.

Zum Ausklang des Festaktes bat Helge Jost Kienel, Leiter des Europe Informationszentrums Coburg, die Festgemeinde in den Hof der Ehrenburg zu einem heiteren Imbiss.

 

Auftaktveranstaltung  zur Internationalen Woche in Coburg am 24. September 2017

 

„E pluribus unum“ (aus vielen Eines) lautet die Devise im Großen Siegel der USA – ein Bekenntnis zur Überzeugung, dass Einigkeit ausgezeichnet auf Vielgestaltigkeit gedeihen kann.

Diesem schönen Gedanken verpflichtet sich auch die Stadt Coburg im Rahmen der „Internationalen Woche“. Am Sonntag, den 24. September startete dieser bunte Veranstaltungsreigen im Geiste kultureller Verständigung mit einem Fest auf dem Coburger Marktplatz –veranstaltet vom Sozialreferat der Stadt Coburg und dem Stadtmarketing. Zahlreiche Organisationen und Gruppen, wie die Caritas, das AWO Mehr-Generationen-Haus Coburg, die Internationale Islamische Gemeinde Coburg e.V. oder „Schmetterlingseffekte e.V.: Kochen für Weltbürger“ errichteten mit ihren Ständen eine bunte Zeltstadt rund um das Denkmal von Prinz Albert.

Internationale Woche
Rainer Maier (Geschäftsführer der vhs-Coburg), Helge Jost Kienel (Europe Direct Informationszentrum Coburg) mit gut gelaunten Coburger Bürgern vor dem Stand des EDIC.

Natürlich durfte hier auch das Europe Direct Informationszentrum Coburg nicht fehlen: Den ganzen Nachmittag über beantworteten Rainer Maier und Helge Jost Kienel die Fragen vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger, die mit ihrem eifrigen  Interesse bewiesen, wie sehr aktuelle Europa-Themen gerade die Mitte unserer Gesellschaft bewegen… Besonders die Herausforderungen des „Brexit“ bildeten immer wieder Anstoß zu lebhaften Diskussionen im Zelt des Europe Direct Coburg. Die hohe Attraktivität des bunten Angebotes auf dem Marktplatz unter den Klängen eines abwechslungsreichen Bühnenprogramms belegten  viele hundert Besucher – Coburger und Gäste aus aller Welt – die auch den internationalen Köstlichkeiten begeistert zusprachen. Einen  ganz besonderen Beitrag zur fröhlich-gelösten Atmosphäre an diesem Sonntag-Nachmittag leistete das EDIC mit seinen vielen blau-gelben Europaluftballons, die bald überall auf dem Platz von zahllosen Kindern geschwenkt wurden und  die ohnehin  vielgestaltige  Menge mit weiteren heiteren Farbtupfern sprenkelten.

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Stand des EDIC auf dem Coburger Marktplatz (Foto: Rainer Maier)

In der kommenden Woche folgen im Rahmen der „Internationalen Woche“ (24. 09.2017 – 04.10.2017) dann  zahlreiche spannende Veranstaltungen, wie z.B. „internationales Kochen“, „Frauentreff. Treff für Frauen aller Herkunftsländer“, „internationales Kaffeekränzchen“ oder „Tag der offenen Moschee“ und vieles mehr…

(Informationen zur Internationalen Woche erhalten sie unter http://www.coburg.de/stadtmarketing)

 

Veranstaltungs-Bericht:

„Brexit – wo geht die Reise hin?“

 Vortrag von Paul Heardman, britischer Generalkonsul in München

(Bericht über den Vortrag des britischen Generalkonsuls am 20. September 2017 in der Aula des Gymnasiums Casimirianum Coburg)

Eine der größten EU-Überraschungen bereitete sicherlich das Votum der Briten für den Brexit im vergangenen Jahr. Seither ringen viele Beteiligte ebenso um ihre Fassung wie um einen möglichst schonenden Ausgang für die jeweils eigene Seite: Die britische Regierung kämpft für den sanften Brexit – die EU-Kommission dagegen neigt dazu, ein wirkmächtiges Zeichen zu setzen, dass Amputationen ihres Territoriums nicht folgenlos geduldet werden. Zahllose EU-Bürger wiederum versuchen vergeblich die Beweggründe der Briten zu verstehen und fürchten die Konsequenzen…

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Paul Heardman (Britischer Genereralkonsul in München) in der Aula des Gymnasiums Casimirianum/Coburg (Foto: Rainer Maier)

Daher stieß der Vortrag des britischen Generalkonsuls Paul Heardman zum Thema „Brexit – wo geht die Reise hin?“ in Coburg auf ausgesprochen lebhaftes Interesse: Am Mittwoch, den 20. September 2017, sprach der britische Diplomat vor einer gut gefüllten Aula des Gymnasiums Casimirianum in Coburg – eine Veranstaltung zu der das Europe Direct Informationszentrum Coburg in Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Coburg geladen hatte.

Der Generalkonsul widersprach zunächst  landläufigen Vorwürfen und vermeintlichen „Irrtümern“ bezüglich des Brexit: „Wir wollen nicht die EU untergraben“, betonte er ebenso entschieden, wie er Gerüchte darüber dementierte, dass sich GB aus der europäischen Militärkooperation zurückziehen wolle: „Das ist falsch! Wir haben viele Ideen, wie wir diese Kooperation ausbauen wollen.“

Weiter stellte der Generalkonsul klar, „dass Großbritannien nach wie vor ein europäisches Land bleibt; wir wollen eine enge tiefe Partnerschaft mit der EU, aber wir verlassen Europa nicht.“ Als souveräner Staat werde GB allerdings wichtige Fragen z.B. der  Migrationspolitik selbst regeln: „Eigene Migrationspolitik, das heißt nicht Grenzen zu schließen, sondern die Entscheidung über britische Migrationspolitik wird in Großbritannien gemacht!“

Freilich gestand Heardman auch Schwierigkeiten während einer gewissen Übergangsphase zu: „Es wird vielleicht ein Nachteil, dass Großbritannien nicht mehr am Tisch sitzt bei der Gestaltung des Binnenmarktes (….).“

Grundsätzlich aber war der Referent um eine eher positive Grundstimmung bemüht: „Wir sind optimistisch, dass wir, wie die Briten es gewohnt sind, pragmatische Lösungen finden.“

Im Anschluss an seinen Impulsvortrag widmete sich Heardman ausführlich den regen Fragen seines ambitionierten Publikums, wodurch ein  weiter thematischer Bogenschlag  von der Handelspolitik  bis zur Flüchtlingskrise gelang.

Den größten Eindruck mag aber die wiederholte Einladung des Generalkonsuls an alle Zuhörer gemacht haben, sein Land zu besuchen – und sein eindringlicher Appell: „Es ist wichtig, dass Menschen zusammenkommen!“

 

 

 

 

 

+++herzDie besten Schüler- und Azubi-Projekte zum Thema Europa und EU werden auch in diesem Jahr wieder mit dem Coburger Europa-Preis ausgezeichnet!lichllkommenDie besten Schüler- und Azubi-Projekte zum Thema Europa und EU werden auch in diesem Jahr wieder mit dem Coburger Europa-Preis ausgezeichnet! auf den Seiten des E

 

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