Berichte

In Neustadt wurde die Zukunft Europas heiß diskutiert

22. Februar 2017 „Welches Europa wollen wir?“ – Eine brandaktuelle Frage, für deren Diskussion das Auswärtige Amt im Rahmen einer deutschlandweiten Veranstaltungsreihe Staatsminister, Staatssekretäre und weitere hochrangige Diplomaten das Auswärtigen Amts mit Bürgerinnen und Bürgern zusammenbringt. An rund 30 Orten in Deutschland fand und findet diese Veranstaltungsreihe statt – einer davon ist Neustadt bei Coburg: Auf Initiative von Kanat Akin, Jugendbeauftragtem des Landkreises, und Ihrem Europe Direct Informationszentrum Coburg ist es in Zusammenarbeit mit nectv und der Stadt Neustadt gelungen, die Veranstaltungsreihe in die Region zu holen!

Am 22. Februar 2017 wurde deshalb in der kultur.werk.stadt in Neustadt die Frage „Welches Europa wollen wir?“ diskutiert. Rede und Antwort stand Dieter Reinl, viele Jahre als Diplomat im In- und Ausland im Einsatz und aktuell Leiter des Referats „Netzwerk Außenpolitik in Deutschland“ im Auswärtigen Amt. Moderiert wurde die Diskussion von Christine Rebhan von nectv.

Rund 80 Bürgerinnen und Bürgern nahmen die Gelegenheit wahr, mitzureden, ihre Fragen zu stellen und ihre Meinung zu sagen zur Zukunft Europas.

Es ging um den Brexit und die Frage, ob die EU Gefahr läuft, zu zerfallen, um die den europäischen Binnenmarkt, um das Verhältnis zur Türkei und die Flüchtlingsfrage, sowie darum, ob und warum Europa junge Menschen noch begeistert.

Hier der Link zur Magazinsendung von nectv vom 28. Februar 2017 mit einem Beitrag zur Veranstaltung: https://nectv.de/mediathek/nectv-aktuell/

VeranstaltungsplakatBürgerdialogEuropa

EU-Agrarpolitik wurde rege diskutiert

7. November 2016 Welche Auswirkungen könnte TTIP auf die Landwirtschaft haben? Welche Unterschiede gibt es zwischen TTIP und CETA? Wie geht es weiter mit der EU-Agrarpolitik nach 2020? Wie könnte sich der Austritt des Vereinigten Königreichs auf die Agrarpolitik der EU auswirken? Diese und viele weitere Fragen kamen beim Agrarpolitischen Diskussionsabend des Kreisberatungsausschusses der hiesigen Landwirtschaftsverbände, der in diesem Jahr mit Unterstützung des Europe Direct Informationszentrums Coburg veranstaltet wurde, aufs Tapet. Anwesend waren zahlreiche Vertreter und Mitglieder der landwirtschaftlichen Verbände im Landkreis sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger.

„Wozu brauchen wir überhaupt TTIP?“ lautete etwa eine der Fragen aus dem Publikum im gut gefüllten Saal des Gustav-Dietrich-Hauses, „profitieren davon nicht vor allem die Großkonzerne?“,  „Warum werden die Verhandlungen nicht öffentlich gemacht?“ eine andere. „Warum macht die EU mit zahlreichen Regularien und Verordnungen den Landwirten das Leben so schwer? “ war ein weiterer Kritikpunkt.

Rede und Antwort stand der Nürnberger EU-Experte Jochen Kubosch: Einst bayerischer Beamter, wurde der Jurist als nationaler Experte nach Brüssel entsandt, war später Leiter der Münchener Vertretung der EU-Kommission, dann Leiter des Informationsbüros des Europäischen Parlaments in München, und ist nun als Mitglied des Rednerteams „Team Europe“ der EU-Kommission regelmäßig als Referent zu EU-Themen unterwegs.

„Tatsächlich bringen einheitliche Standards, wie TTIP sie vorsieht, vor allem kleinen und mittleren Unternehmen etwas, da die sich, anders als die großen, eine Produktion mehrerer Ausführungen eines Produkts oft nicht leisten können,“ so Kubosch. Die Positionspapiere der EU zu TTIP seien frei verfügbar und im Internet für jeden nachzulesen. Zwischenstände der Verhandlungen zu einzelnen Punkten zu veröffentlichen, sei dagegen nicht üblich – das passiere schließlich auch etwa bei Tarifverhandlungen nicht.

Rede und Antwort zu zahlreichen Fragen rund die EU-Agrarpolitik stand Jochen Kubosch, Jurist und langjähriger EU-Mitarbeiter. Fotos: Hegner/Europe Direct

„Da in die Landwirtschaft große Summen fließen, gibt es dort auch viele Regularien und Nachweispflichten – denn der Steuerzahler möchte ja wissen, wofür das Geld aufgewendet wird. Dass Sie damit in einem Spannungsfeld stehen, sich mit viel Bürokratie konfrontiert sehen, dieses Problem sieht man auch in Brüssel“, so Kubosch.  Andere häufig als unnötig und sperrig empfundene Regulierungen seien dagegen oft ein Wunsch der Wirtschaft und der Mitgliedsländer. Als Beispiel nannte Kubosch die Traktorsitzverordnung. „Die wollte ein deutsches Unternehmen, unterstützt von der bayerischen Landesregierung.“

Auch auf den bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU ging Kubosch ein: „Damit fällt einer der großen Nettozahler weg.“ Das werde sich sicherlich auf die Agrarpolitik nach 2020 auswirken – denn für die Landwirtschaft wird ein Großteil des EU-Budgets aufgewendet.

Ein ganz aktuelles Thema wurde mit der Klage der EU gegen Deutschland wegen der erhöhten Nitratwerte aufgegriffen. „Dabei hat es viele Verbesserungen in Deutschland gegeben, hier wird nur strenger gemessen als in anderen Ländern – wie kann die EU da klagen?“, so die Frage aus dem Publikum. „Die EU-Kommission kann nur die Zahlen vergleichen, die die Länder einreichen“, entgegnete Kubosch. „Sie fungiert als Schiedsrichter – und der  macht sich leider oft unbeliebt.“

Kubosch wies darauf hin, dass trotz aller Kritikpunkte nicht vergessen werden sollte, welche Bedeutung die EU hat: „500 Millionen EU-Bürger klingt viel, macht aber nur sieben Prozent der Weltbevölkerung aus. Umso wichtiger, dass die europäischen Länder zusammenstehen und gemeinsam handeln.“

Der Agrarpolitische Diskussionsabend des Kreisberatungsausschusses findet jedes Jahr im Herbst statt. Organisator Hans Vetter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zeigte sich zufrieden mit der diesjährigen Veranstaltung. Auch Miriam Hegner, Leiterin des Europe Direct Informationszentrums zog ein positives Fazit: „Die große Besucherzahl und die rege Diskussion haben gezeigt, dass EU-Politik ein wichtiges Thema für die Landwirte hier in der Region ist. Gut, dass wir mit Herrn Kubosch einen so kompetenten Referenten gewinnen konnten, der zu den zahlreichen Fragen fundiert Auskunft geben konnte.“

 

Info-Veranstaltung „Nach der Schule ins Ausland“ für Schülerinnen und Schüler der elften Klassen

13. Oktober 2016 Auslandserfahrung macht sich in jedem Lebenslauf gut – und dank der EU ist es heute so einfach wie nie, im europäischen Ausland zu wohnen, zu arbeiten oder zu studieren. Welche Möglichkeiten es für junge Leute konkret gibt, und wie sich ein Auslandsaufenthalt realisieren lässt, darüber informierte die Info-Veranstaltung „Nach der Schule ins Ausland“ Schülerinnen und Schüler der elften Jahrgangsstufe der Coburger Gymnasien. Eingeladen hatten das Europe Direct Informationszentrum Coburg und das Bildungsbüro der Stadt Coburg.

Vier verschiedene Workshops wurde angeboten; zu den Themen „Jobs und Praktika im Ausland”, „Studieren im Ausland”, „Europäischer Freiwilligendienst” und „Au Pair”. Die Workshops wurden jeweils parallel zweimal hintereinander gehalten, so dass die Schülerinnen und Schüler sich zu zwei Themen ihrer Wahl informieren konnten.

Über „Jobs und Praktika im Ausland“ informierte Sebastian Ziegelmüller, EURES-Berater an der Agentur für Arbeit in Coburg. EURES ist ein Kooperationsnetz zwischen der EU-Kommission und den öffentlichen Arbeitsverwaltungen der einzelnen Länder, das Informationen, Beratung und Vermittlung zur Förderung von beruflicher Mobilität in der EU bietet. Ziegelmüller erklärte etwa, wie man nach Praktikumsstellen im Ausland sucht, wo man Erfahrungsberichte anderer lesen kann, und was man bei der Wahl der Stelle und der Bewerbung beachten muss.

Zum Thema „Studieren im Ausland“ sprach Veronika Wagner vom International Office der Hochschule Coburg. Sie erläuterte die verschiedenen Möglichkeiten von Auslandsaufenthalten während des Studiums, d.h. Auslandssemester, Auslandspraktika, Summer Schools, Sprachkurse  und Abschlussarbeiten im Ausland.

Den Workshop zum Thema „Au Pair“ hielt Patricia Brunner, Geschäftsführerin der International Au Pair Association (IAPA). Die IAPA ist der weltweit führende Fachverband für Au Pair- und Kulturaustauschorganisationen mit Sitz in München. Sie erklärte, warum es Sinn macht, sich von einer Au Pair-Agentur betreuen zu lassen, wie der Vermittlungsprozess abläuft, welche Sprachkenntnisse nötig sind und an wen man sich bei Problemen mit der Gastfamilie wenden kann.

Den Europäischen Freiwilligendienst (EFD) stellte Rebecca Gehrsitz vor, die selbst einen solchen Dienst in Finnland absolviert hat und seitdem als Mitglied des Europeer-Netzwerkes an Schulen, an Infoständen und bei Jugendevents über den EFD informiert. Sie erklärte, welche Aufgaben einen beim EFD erwarten, wie man den richtigen Einsatzort findet und wie die Formalia funktionieren.

In ihren Workshops vermittelten die Referenten jeweils in einem Vortrag Grundsätzliches und beantworteten im Anschluss Fragen der jungen Zuhörer. Zudem konnten sich die Teilnehmer mit Informationsmaterial in Form von Broschüren und Merkblättern eindecken. Rund 170 Schülerinnen und Schüler der Coburger Gymnasien nahmen das Angebot wahr.

 

Feierliche Verleihung des Coburger Europapreises für Schulen
und der Ehrenplakette des Europarats an die Stadt Coburg

29. September 2016 Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Riesensaal von Schloss Ehrenburg wurde der Coburger Europapreis zum inzwischen vierten Mal an Coburger Schülerinnen und Schüler verliehen.

Der Schulpreis in diesem Jahr ging an das Gymnasium Albertinum für den Studientag „Europa und die Flüchtlinge“, an dem alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 7-11 teilnahmen. Klassen- und Gruppenpreise gingen an die Klasse 6d der Staatlichen Realschule Coburg II für ihr Projekt „Coburg in Europa“, an drei Projektteams der Klasse WIN 10c der Kaufmännischen Berufsschule II Coburg und an die Redaktion der Schülerzeitung Casiopeia des Gymnasiums Casimirianum für ihre Themenausgabe „Europa“.

Es sprachen Prinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha, Schirmherr des Coburger Europapreises, Norbert Tessmer, Oberbürgermeister der Stadt Coburg, sowie Friedrich Herdan, Präsident der IHK zu Coburg, die den Coburger Europapreis seit Jahren unterstützt. Die Leiterin des EDIC Coburg stellte die Gewinnerprojekte vor, anschließend wurden feierlich die Urkunden an die Sieger übergeben. Karlheinz Kipke und Wolfgang Gremmelmaier, Vorstandsvorsitzende der VR-Bank, überreichten die Erlebnisfahrtengutscheine für die Klassen- bzw. Gruppenpreisträger sowie den Scheck über 750 Euro für den Schulsieger.

 

Im Rahmen dieser inzwischen fast schon traditionellen Verleihung des Coburger Europapreises wurde in diesem Jahr auch die Ehrenplakette des Europarats an die Stadt Coburg übergeben. Der Europarat zeichnet hiermit Städte aus, die sich in besonderem Maße um die europäische Idee verdient gemacht haben. Johanna Schicker, früheres Mitglied der österreichischen Delegation zur Parlamentarischen Versammlung des Europarates hielt die Laudatio und übergab die Ehrenplakette an den Coburger Oberbürgermeister Norbert Tessmer.

Zahlreiche Ehrengäste waren bei der feierlichen Veranstaltung anwesend, unter anderem viele Coburger Stadtratsmitglieder sowie Vertreter der Coburger Partnerstädte Oudenaarde (Belgien) und Gais (Italien). Auch die Coburger Lokalmedien waren vertreten. Umrahmt wurde die Veranstaltung von klassischer Musik, gespielt vom Collegium Albertinum, einer Formation des musischen Gymnasiums Albertinum. Zum Ausklang der Veranstaltung gab es im Foyer noch einmal die Ausstellung „Unterwegs in Europa“ mit Reisefotos Coburger Bürgerinnen und Bürger zu sehen.

Hier lesen Sie den Bericht des Coburger Tageblatts.

Hier sehen Sie ein Video von iTV zur Verleihung von Europapreis und Europaplakette.

Informationsstand bei der Eröffnung der Internationalen Woche Coburg

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25. September 2016 Bereits zum fünften Mal fand in Coburg vom 24. September bis zum 2. Oktober 2016 die internationale Woche statt. Ziel ist, das Miteinander der Menschen in Coburg, die aus über 100 verschiedenen Nationen stammen, zu fördern und Austausch und Dialog zu unterstützen. Während der Woche gab es zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen und Workshops zum Kennenlernen von Menschen und Kulturen aus der ganzen Welt- und natürlich war auch Ihr Europe Direct Informationszentrum mit von der Partie!

Zum Auftakt der Woche findet jeweils ein großes Marktfest statt, mit einem Bühnenprogramm, Musik und Vorführungen sowie Informationsständen verschiedener Coburger Institutionen und Einrichtungen. Unterhaltungsprogramm und Internationale Spezialitäten ziehen ein vielfältiges Publikum an – eine gute Gelegenheit, sich mit  Einheimischen und Neubürgern auszutauschen!

Auch das Europe Direct Informationszentrum nutzte diese Gelegenheit und war mit einem Stand vertreten. Das Europe Direct Team konnte viele Fragen zu Unionsbürgerrechten und aktuellen EU-Themen beantworten, Infomaterialien zu aktuellen und grundlegenden EU-Themen an den Mann und die Frau bringen und die über die Aktivitäten des Informationszentrums informieren. Ein Quiz zur EU mit kleinen Gewinnen für große sowie Luftballons in EU-Farben für kleine Besucher zogen Menschen aller Altersgruppen an und sorgten für regen Andrang.

 

Fotoausstellung „Unterwegs in Europa“ an verschiedenen Orten präsentiert

Juli/August/September 2016 Die Coburger Stadt- und Landkreisbewohner sind nicht nur reiselustig, sondern haben auch ein Auge für gute Motive  – das zeigte der Fotowettbewerb, den das Europe-Direct-Informationszentrum Coburg ausgerufen hatte. Besonderes, Einzigartiges oder Typisches aus Mitgliedsländern der EU sollten die Bilder zeigen.

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Tolle Impressionen aus EU-Ländern  zeigte die Ausstellung „Unterwegs in Europa“. Foto: Petra Hinske

Eine Auswahl der Bilder war bereits als Wandkalender erschienen. Als Ergänzung konnte mit Unterstützung des Fotoclubs Coburg eine Austellung unter dem Titel „Unterwegs in Europa“ verwirklicht und an mehreren Orten ausgestellt werden: Zusammen mit der Jahresausstellung des Fotoclubs während des Coburger Schützenfests in der Alten Angerturnhalle in Coburg, danach mehrere Wochen in den Räumen der Neuen Presse Coburg und schließlich nochmals begleitend zur Verleihung des 4. Coburger Europapreises und der Ehrenplakette des Europarats in der Ehrenburg.

 

„EU – Wozu?“: Fast 400 Schüler informieren sich über die Grundlagen der EU

18. Juli 2016 Frieden, wirtschaftliches Wachstum, Präsenz in einer globalisierten Welt – Gründe, warum sich die Europäische Union für die Mitgliedstaaten lohnt, gibt es viele. Warum die EU gegründet wurde, wie sie funktioniert und was sie den Bürgerinnen und Bürgern bringt, erfuhren Coburger Schülerinnen und Schüler bei einem Vortrag im Kongresshaus, zu dem das Europe-Direct-Informationszentrum eingeladen hatte.

„Wer hat schon mal von der EU gehört?“ fragt Politikwissenschaftler Andreas Christ sein junges Publikum. Die Schülerinnen und Schüler heben die grüne der beiden Kärtchen, die sie auf ihrem Sitzplatz vorgefunden haben. „Und wer stimmt der Aussage zu: Gehört schon, aber frag mich bloß nix?“ – Wieder heben sich grüne Kärtchen. „Na dann ist es ja gut, dass wir heute hier sind!“

Rund 380 Schülerinnen und Schüler der Berufsschule I sowie der Coburger Gymnasien waren der Einladung des Europe-Direct-Informationszentrums gefolgt und erfuhren unter dem Motto „EU – Wozu?“ mehr über die Grundlagen der Europäischen Union. Damit war die Resonanz in diesem sogar noch größer als im vergangenen Schuljahr, als das Informationszentrum die Veranstaltung zum ersten Mal angeboten hatte.

Nach seinem humorvollen Einstieg machte sich Christ daran, die Geschichte der EU, ihre Institutionen und vor allem die Frage zu erläutern, warum es die EU eigentlich gibt und welchen Nutzen sie bringt. Der wichtigte und grundlegenste Aspekt dabei, so der Referent, sei der Friede in Europa, der durch die Gründung der EU in Europa nach dem zweiten Weltkrieg gesichert werden konnte.

Ebenfalls von herausragender Bedeutung: die wirtschaftliche Entwicklung der Mitgliedsländer, die vom Wegfall von Zöllen, Grenzkontrollen und weiteren Handelsbeschränkung enorm profitierte. Hand in Hand mit einer engen Zusammenarbeit im Bereich Wirtschaft und Außenpolitik gehen der weltpolitische Einfluss und das Gewicht, das die Länder der EU als Teil der Gemeinschaft in einer globalisierten Welt haben.

Nicht zu vernachlässigen seien auch die gemeinsamen Werte und die gemeinsamen Herausforderungen, mit denen sich die Länder der EU heute konfrontiert sehen. Vor allem ging Christ dabei auf den anstehenden Brexit, auf die Situation in der Türkei, auf die Flüchtlingskrise, auf die Schuldenkrise in Griechenland, sowie auf den in vielen Ländern erstarkenden Nationalismus und Populismus ein. Auch auf das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und den USA ging er auf eine Frage aus dem Publikum hin ein.

Für wie wahrscheinlich er es halte, dass nach dem Referendum in Großbritannien weitere Länder aus der EU austreten würden, wollte eine Schülerin zudem wissen. „Ehrlich gesagt – keine Ahnung“, antwortete der Experte ganz direkt. „Es ist kaum möglich abzusehen, wie sich die politische Situation in Europa weiterentwickeln wird.“ Umso wichtiger sei es, dass die Mitgliedsländer der EU zusammenarbeiteten. „All diese Herausforderungen können wir gemeinsam besser bewältigen.“

„Und – wer stimmt nun der Aussage zu: Die EU ist verzichtbar?“fragte Andreas Christ die Schülerinnen und Schüler zum Abschluss – Hunderte rote Karten im Saal beantworteten die Frage eindeutig.

 

Coburger Briten schockiert über Referendums-Ergebnis

29. Juni 2016 Mit dem Ergebnis des britischen EU-Referendums hatte kaum jemand ernsthaft gerechnet – auch nicht Karen Adam-Bohley, Nick Barton und Paul Jenkinson, drei Briten, die seit vielen Jahren in Coburg beziehungsweise dem Landkreis leben. Wir hatten sie bereits vor dem Referendum zur Gesprächsrunde in den „British Corner“ eingeladen – nach der Abstimmung trafen wir sie wieder.

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„Ich war schockiert über das Ergebnis“, sagt Paul Jenkinson.

„Ich war schockiert“, beschreibt Paul Jenkinson seinen Gemütszustand vom Morgen des 24. Juni, als die Ergebnisse des Referendums über die Nachrichtenticker liefen. „Ich auch“, stimmt Nick Barton zu. „Ich war baff. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet.“ Karen Adam-Bohley erzählt, sie sei sehr früh aufgewacht und habe zum Handy gegriffen. „Es wird schon „Remain“ rausgekommen sein“, erinnert sie sich an ihren ersten Gedanken. „Dann hab ich die ersten Meldungen gesehen und bin sofort aufgestanden – dazu musste ich mehr erfahren.“

Sie alle können die Entscheidung nicht verstehen. „Ich habe mit meinem Bruder telefoniert, der für den Brexit gestimmt hat. Ich habe gefragt: Was gefällt dir denn nicht? Es haben doch alle ein Auto, ein Haus, ein bequemes Leben“, sagt Paul Jenkinson. „Ich bin froh sagen zu können, dass meine ganze Familie gegen den Brexit gestimmt hat“, ergänzt Nick Barton.

Selbst durften die drei nicht abstimmen – weil sie bereits zu lange nicht mehr in Großbritannien leben. „Wenn alle im Ausland lebenden Briten hätten abstimmen dürfen, dann wäre es nicht zum Brexit gekommen“, sind sich die drei sicher.

Sorgen machen Nick Barton die Nachrichten zu Angriffen auf Ausländer in Großbritannien. „Da werden Leute verprügelt, die seit Jahren in London leben, arbeiten und Steuern zahlen. Das klingt sehr nach Deutschland 1932.“ Mit der EU fehle in Zukunft ein wichtiges Bollwerk gegen Extremismus, ist er sich sicher. Auf die treibenden Kräfte, die auf das Referendum und die Entscheidung hingearbeitet haben, ist er richtig sauer.

„Ich hoffe, dass Cameron für diese Tat zur Verantwortung gezogen wird. Jeder Bankräuber kommt in den Knast. Cameron hat einen wirtschaftlich viel höheren Schaden angerichtet“, findet Barton. Mit seinem Rücktritt mache Cameron es sich jetzt sehr leicht.

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„Wir brauchen ein zweites Referendum. Das würde hunderprozentig anders ausgehen“, sagt Nick Barton.

Akzeptieren kann er den Brexit nicht. „Das war keine Abstimmung gegen die EU, sondern gegen die etablierten Politiker.“ Das Ergebnis sei auch deshalb zustande gekommen, weil die Menschen den populistischen Parolen der Brexit-Kampagne und der Boulevard-Blätter wie „The Sun“ auf den Leim gegangen seien. „Die Leute wurden verarscht. Das haben Farage und Co ja inzwischen zugegeben.“

 

 

Eine der zentralen Forderungen von Brexit-Unterstützer Nigel Farage war es, die 350 Millionen Pfund, die Großbritannien angeblich pro Woche an die EU zahle, lieber ins Gesundheitssystem zu investieren.  Kurz nach Bekanntwerden des Ergebnisses hatte er zugegeben, dass diese Zahl nicht stimme. Auch in Sachen Immigration könne man die gegebenen Versprechen nicht garantieren.

„Die größten Argumente für den Brexit sind in sich zusammengebrochen. Die Kampagne war auf Lügen aufgebaut, das hat sich jetzt gezeigt. Deswegen brauchen wir ein zweites Referendum“, so Barton. „Ich bin mir sicher, das würde ganz anders ausgehen. Was auf dem Spiel steht ist einfach zu wichtig, um dieses Ergebnis so stehen zu lassen.“ Auch Paul Jenkinson befürwortet eine zweite Abstimmung.

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„Das war eine basisdemokratische Entscheidung, die man akzeptieren muss“, sagt Karen Adam-Bohley.

Karen Adam-Bohley sieht das anders. „Das ist eine basisdemokratische Entscheidung, die man akzeptieren muss“, sagt Adam-Bohley. „Das Leben geht weiter. Jetzt sollten möglichst bald alle offenen Fragen geklärt werden, und die Entscheidung umgesetzt werden. Man kann doch jetzt nicht sagen ,Ich hab’s nicht so gemeint, das war nur aus Protest`. Natürlich tun mir die jungen Leute leid, die jetzt mit den Folgen des Brexits leben müssen. Aber auf der anderen Seite sind zwei Drittel der unter 25-Jährigen nicht zur Wahl gegangen. Wenn man was bewegen will, muss man sich halt beteiligen. Man kann doch nicht so oft abstimmen, bis einem das Ergebnis passt.“

Adam-Bohley will auch das Argument der Missinformation nicht gelten lassen. „Jeder erwachsene Mensch kann sich informieren, kann Zeitung lesen und im Internet recherchieren.  Man kann nicht sagen ,Oh, ich hab das alles nicht gewusst`.“

Für sie selbst ändere die Entscheidung nicht viel, sagt Adam-Bohley. „Ich habe mich gefreut zu sehen, dass Schottland für den Verbleib in der EU gestimmt hat“, sagt Adam-Bohley, die ürsprünglich aus Schottland kommt. Ihre Meinung zur Abspaltung Schottlands von Großbritannien hat das trotzdem nicht geändert. „Mini-Länder zu schaffen, davon halte ich nach wie vor nichts. Auch wenn Schottland dann nicht mekr in der EU ist, bin ich für den Verbleibt im UK.“

Alle drei der Coburger Briten sind mit Deutschen verheiratet und müssen sich um Themen wie Aufenthalts- und Arbeitsrecht keine Sorgen machen. Barton sagt trotzdem: „Wenn es wirklich zum Brexit kommt, beantrage ich die deutsche Staatsbürgerschaft.“

 

Gesprächsrunde „Brexit“:
Coburger Briten zum EU-Referendum Großbritanniens

16. Juni 2016 Der Tag, an dem die Bürgerinnen und Bürger Großbritanniens über den Verbleib ihres Landes in der Europäischen Union abstimmen, rückt näher. Entscheidet sich eine Mehrheit für den Austritt, wäre das Königreich das erste Land in der Geschichte der EU, das diesen Schritt geht. Was dies für Großbritannien, die Briten und Europa bedeuten könnte und wie sie selbst die Situation erleben, dazu wollten wir Britinnen und Briten, die in Coburg und Umgebung leben, zu Wort kommen lassen.

Wir luden deshalb mit Karen Adam-Bohley, Nicholas Barton und Paul Jenkinson drei Briten, die ursprünglich aus verschiedenen Landesteilen des Vereinigten Königreichs kommen, inzwischen allerdings schon viele Jahre in Coburg und Umgebung leben, zu einer Gesprächsrunde zum anstehenden EU-Referendum Großbritanniens ein. Auch die Coburger Medien folgten der Einladung gern und nutzten die Gelegenheit für Fragen, Fotos, Bild- und Tonaufzeichnungen.

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Lebhafte Diskussion: Karen Adam-Bohley, Paul Jenkinson und Nicholas Barton (von links). Foto: Miriam Hegner/Europe-Direct

Den stimmigen Rahmen für das Gespräch bildete das „British Corner“ ein kleines Ladengeschäft mit Café in der Coburger Innenstadt, das sich ganz dem typisch-britischen Stil widmet. Inhaberin Birgit Eibl selbst sieht einen möglichen Brexit kritisch. „Das United Kingdom ist bei den Deutschen beliebt. Im Fall eines Brexits könnte diese Beliebtheit leiden.“ Auch Waren aus Großbritannien könnten teurer werden, wenn nach einem EU-Austritt möglicherweise Importzölle anfallen. „Dann entscheiden sich die Kunden vielleicht nicht mehr unbedingt für britische Erzeugnisse.“

„Ich habe den Eindruck, die Berichterstattung in vielen britischen Medien im Vorfeld des Referendums ist einseitig und unvollständig“, sagt Paul Jenkinson. „Da heißt es zum Beispiel, die EU kostet Großbritannien soundsoviel Geld pro Tag. Es wird aber nicht gesagt, wie viel Geld wieder von der EU nach Großbritannien fließt, oder dass der Verteidigungsetat um ein Vielfaches höher ist.“

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Paul Jenkinson, Ulrike Nauer vom Coburger Tageblatt und Birgit Eibl, Inhaberin des „British Corner“ (von links) im Gespräch. Foto: Miriam Hegner/Europe-Direct

Alle drei verfolgen die Debatte um den möglichen Brexit aufmerksam in den Medien. „Das ist ja heutzutage dank Internet viel leichter möglich als früher“, so Nicholas Barton. Er hört sich gerne Podcasts der BBC zum Thema an; Karen Adam-Bohley besucht regelmäßig die Online-Portale von The Guardian und The Independent. „Ich diskutiere auch viel mit meinem Bruder“, erzählt sie. „Er lebt in London, ist konservativ eingestellt und für den Brexit.“

Sie selbst ist dagegen. „Ich komme ursprünglich aus Sterling, und wann immer ich in meiner schottischen Heimat bin, sehe ich so oft diese Schilder, die zeigen, dass eine Straße, Brücke oder ein Gebäude mit Unterstützung der EU gebaut oder saniert wurde. Ich denke, die EU ist für Schottland gut, aber auch für Nordengland, für viele Gegenden, die infrastrukturell noch nicht so gut entwickelt sind.“

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Eine Tasse Tee durfte bei nasskaltem britischen Wetter nicht fehlen. Foto: Miriam Hegner/Europe-Direct

Das sieht Barton, der aus Liverpool in Nordengland stammt, ähnlich. „Die EU verteilt das Geld fairer als es die Regierung in London tut oder nach einem Brexit tun würde. Liverpool war eine schreckliche, hässliche Stadt als meine Eltern sie in den 70ern verlassen haben. Inzwischen hat sich dank EU da so viel getan. Früher hätte ich niemandem empfohlen, dorthin zu fahren. Heute kann ich das guten Gewissens tun.“

Für die nationalen Bestrebungen, die momentan vielerorts in Europa zu beobachten sind, hat er kein Verständnis. „Vor zwanzig, dreißig Jahren hatte ich gedacht, wir würden heute schon viel weiter sein mit der europäischen Integration. Dass es keine nationalen Pässe mehr geben würde und dass wir nur noch EU-Bürger sein würden.“

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Klare Meinung: Nicholas Barton. Foto: Miriam Hegner/Europe-Direct

„Also ich bin gerne Engländer, ich möchte meinen Pass behalten“, wirft Jenkinson ein. „Ich bin auch gerne Engländer“, so Barton. „Ich bin auch sehr gerne Schottin“, sagt Adam-Bohley. „Aber ich bin auch sehr gerne Britin und sehr gerne Europäerin und ich lebe sehr gern in Deutschland. Ich sehe darin keinen Widerspruch.“ Ob Schottland nach einem Brexit einen neuen Anlauf für die Unabhängigkeit nehmen wird? „Ich hoffe nicht“, so Adam-Bohley. „Ich bin nicht für mehr Grenzen und mehr Kleinstaaterei, sondern für weniger.“

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Einen stimmigen Rahmen bildete das „British Corner“ in der Coburger Innenstadt. Foto: Helge Jost Kienel/ vhs

Freizügigkeit und offene Grenzen in Europa sieht sie als großen Vorteil. „Die Frage ist ja auch, was mit Briten wird, die momentan als EU-Bürger im EU-Ausland leben und was mit EU-Ausländern, die in Großbritannien leben. Für die wird es ja viel aufwändiger, Arbeitserlaubnis und so weiter. Was passiert in Großbritannien, wenn all die Menschen aus anderen EU-Ländern, die im Service arbeiten, gehen müssen?“

Selbst dürfen die drei übrigens nicht über den „Brexit“ abstimmen. „Nach sieben Jahren im Ausland darf man als Brite nicht mehr in Großbritannien wählen“, erklärt Barton. Für dieses Referendum sei die Frist sogar auf 15 Jahre erhöht worden, so Adam-Bohley – allerdings leben alle drei schon länger in Deutschland.

Den Ausgang des Referendums erwarten sie mit Spannung. „Ich bleibe wach und verfolge die Ergebnisse der Auszählung live“, sagt Jenkinson. Dass es einen Brexit tatsächlich geben wird, das glauben die drei eher nicht. „Aber gerade bei den Unentschlossenen könnte die Stimmung noch drehen – wenn es zum Beispiel einen Anschlag geben würde. Das darf nicht passieren,“ so Barton. Auch das Wetter könnte das Abstimmungs-Ergebnis beeinflussen. „Wenn es regnet, bleiben die Unentschlossenen zu Hause.“

 

Seminargruppe der Frankenakademie Schney zu Besuch

im Europe-Direct-Informationszentrum

24. Mai 2016 Eine Seminargruppe der Frankenakademie Schney besuchte das Europe-Direct-Informationszentrum Coburg. In einem Vortrag informierte die Leiterin des EDIC die Besucher über Geschichte und Institutionen der Europäischen Union und darüber, wo sie uns im Alltag begegnet. Im Anschluss daran nutzen die Teilnehmer die Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich mit weiterführenden Informationsmaterialen einzudecken.

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Startschuss für den Wettbewerb um den Coburger Europa-Preis

19. Februar 2016 Mit einer Pressekonferenz auf Schloss Callenberg wurde der Wettbewerb um den diesjährigen Coburger Europa-Preis eröffnet: Auch 2016 werden wieder die besten Schüler- und Azubi-Projekte zum Thema Europa mit dem Coburger Europa-Preis ausgezeichnet! Alle Infos zum Wettbewerb hier.

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Coburger Tageblatt, 20.Februar 2016
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Neue Presse Coburg, 20.Februar 2016
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Wochenspiegel Coburg, 24.Februar 2016

Junge Flüchtlinge informieren sich über die EU

10. Februar 2016 Eine Gruppe junger Flüchtlinge, die momentan in Bayreuth leben, besuchte im Rahmen eines Seminars der Frankenakademie Schloss Schney das Europe-Direct-Informationszentrum Coburg. EDIC-Leiterin Miriam Hegner erläuterte in einem Vortrag die Geschichte und die Idee eines vereinten Europas. Die Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren lauschten gespannt und nutzten die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen.

Europa-Rallye an der Pestalozzi-Schule Coburg

14. Januar 2016 Auch die  Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen der Pestalozzi-Schule Coburg wollten ihr Wissen über Europa unde die EU beweisen. In einer „Europa-Rallye“ quer durchs ganze Schulhaus lösten auch sie verschiedenste Denk- und Geschicklichkeitsaufgaben zum Thema Europa und EU.

An zehn verschiedenen Stationen mussten die Viertklässler unter anderem zeigen, was sie in den vorangegangenen Wochen im Unterricht über die EU gelernt hatten – etwa so viele Mitgliedsländer wie möglich aufzählen, Hauptstädte errätseln oder Länderflaggen in den richtigen Farben ausmalen.

Auch sollten etwa Bilder von Landestypischem wie Pizza, Gouda oder einer Flamenco-Tänzerin den entsprechenden europäischen Nationen zugeordnet werden. Bewegungsspiele wie Sackhüpfen, Dosenwerfen und Luftballon-Balancieren rundeten die Rallye ab.

Die Sieger bekamen zum Abschluss feierlich eine „Europa-Ehrenurkunde“ und einen Preis überreicht. Auch für Platz zwei und drei gab es eine Kleinigkeit. Toll geschlagen hatten sich aber alle Kinder, waren alle mit Eifer und Elan dabei.

Präsentation des Europe-Direct-Fotokalenders 2016

22. Dezember 2015 Mit einem Empfang im kleinen Rahmen dankte das Europe-Direct-Informationszentrum den (Hobby-) Fotografinnen und Fotografen, die Aufnahmen zum Europe-Direct-Fotokalender 2016 beigetragen hatten. Neben weihnachtlichen Spezereien gab es für jeden der Fotografinnen und Fotografen ein oder mehrere Exemplare des druckfrischen Kalenders zum Behalten und Verschenken.

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Die (Hobby-) Fotografinnen und Fotografen, die Aufnahmen zum Europe-Direct-Fotokalender beigetragen hatten, mit Miriam Hegner vom Europe-Direct-Informationszenttrum (2.v.l.). Foto: Rainer Maier/vhs

 

Dörfleser Viertklässler glänzen bei Europa-Rallye

30. November 2015 Bei einer „Europa-Rallye“ quer durchs ganze Schulhaus lösten Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen der Emil-Fischer-Grundschule in Dörfles-Esbach verschiedenste Denk- und Geschicklichkeitsaufgaben zum Thema Europa und EU. Dabei hatten die Jungen und Mädchen jede Menge Spaß und die Sieger sich ihre „Europa-Ehrenurkunde“ redlich verdient.

„Eine tolle Sache, die Kinder hatten viel Spaß“, sagt Katharina Josten, Klassenlehrerin der 4b an der Dörfleser Grundschule, die das Europe-Direct-Team mit der Rallye bereits zum wiederholten Male an die Schule eingeladen hatte.

Zum Auftakt sangen die Kinder gemeinsam die Europa-Hymne. Die Klasse 4b hatte sogar einen eigenen Text auf die Melodie von „Freude schöner Götterfunken“ gedichtet. An zehn verschiedenen Stationen mussten die Viertklässler dann unter anderem zeigen, was sie in den vorangegangenen Wochen im Unterricht über die EU gelernt hatten – etwa so viele Mitgliedsländer wie möglich aufzählen, Hauptstädte errätseln oder Länderflaggen in den richtigen Farben ausmalen.

Auch sollten etwa Bilder von Landestypischem wie Pizza, Gouda oder einer Flamenco-Tänzerin den entsprechenden europäischen Nationen zugeordnet werden. Bewegungsspiele wie Sackhüpfen, Dosenwerfen und Luftballon-Balancieren rundeten die Rallye ab.

Aufgeteilt waren die Jungen und Mädchen in Teams zu fünft oder sechst. Jedes Team spielte für ein Land – so traten Tschechien und Frankreich, Italien, Zypern oder Schweden gegeneinander an. Sieger der Dörfleser Europameisterschaft war schließlich das spanische Team, ganz knapp vor dem belgischen.

Die Sieger bekamen zum Abschluss feierlich eine „Europa-Ehrenurkunde“ und einen Preis überreicht. Auch für Platz zwei und drei gab es eine Kleinigkeit. Toll geschlagen hatten sich aber alle Kinder, waren alle mit Eifer und Elan dabei.

Vortrag: „Die Griechenlandkrise: Drama, Tragödie oder Neverending Story?“

29. Oktober 2015 Auch wenn es momentan Griechenland2etwas stiller geworden ist um die Finanzmisere an der Ägäis heißt das nicht, dass alles geklärt wäre. Die Fragen bleiben: Wie hat sich Griechenland überhaupt in diese Krise hineinmanövriert? Wie wird sich Griechenlands Position in der EU entwickeln? Wie wahrscheinlich ist es, dass die Griechen in absehbarer Zeit finanziell wieder auf die Beine kommen?

Zu diesen Fragen sprach Dr. Sven Leunig, Politikwissenschaftler an der Uni Jena, in der Stadtbücherei. Unter dem Titel „Eine Frage des Vertrauens. Die Griechenlandkrise: Drama, Tragödie oder Neverending Story?“ erklärte er Hintergründe und Wurzeln der finanziellen Probleme des griechischen Staats.

„Das Problem ist zum Großteil die Frage des Vertrauens“, erläuterte der Referent. Lange sei Griechenland Teil des Osmanischen Reiches gewesen, die Herrscher Fremde. Eine Kultur, in der die Politiker aus dem Volk kommen und auch so wahrgenommen werden, Griechenland3konnte sich nicht entwickeln. „Die Bereitschaft und  Überzeugung, den Staat mitzutragen, ist deshalb kaum vorhanden.“ Ein Grund, warum Steuerhinterziehung ein so großes Problem sei. Dazu kommen der Klientelismus und die Vetternwirschaft. „Wer gewählt werden will, wer auf Unterstützung zählen will, muss direkt im Gegenzug etwas geben.“ Etwa Ämter und andere Vorzüge. Auch Korruption sei an der Tagesordnung. „Auch deshalb vertrauen viele Griechen ihrem Staat nicht.“

Lösen ließe sich dieses Problem nur dGriechenland1urch eine Abschaffung der Vetternwirtschaft und des Klientelismus, durch echte Reformen und Neubesetzung von wichtigen Posten mit fähigen Leuten, meint Leunig. Den Grexit sieht er nicht als Lösung. „Griechenland muss viel importieren, da es selbst wenig produziert. Durch eine Rückkehr zur Drachme und eine Abwertung der eigenen Währung würde für die Menschen alles noch teuer. Sie könnten noch weniger ausgeben – damit kommt die Wirtschaft nicht in Schwung.“

Dass Spaniens Schuldenberg in den vergangenen Jahren stärker gewachsen ist als der Griechenlands, gehörte zu Leunigs überraschenden Erkenntnissen, die er im Rahmen des Vortrags präsentierte.

Das interessierte Publikum nutzte die Gelegenheit, Fragen zu stellen und zu kommentieren, so dass sich im Anschluss an den Vortag  eine rege Diskussion entwickelte.

Info-Veranstaltung “Nach der Schule ins Ausland”

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Jede Menge Infos sammelten Schülerinnen und Schüler bei „Nach der Schule ins Ausland“. Fotos: Miriam Hegner

12. Oktober 2015  In welchen Studiengängen lassen sich Auslandssemester gut integrieren? Welche Aufgaben kommen beim Europäischen Freiwilligendienst auf mich zu? Was muss ich beachten, wenn ich ein Praktikum im Ausland machen will?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen bekamen Schülerinnen und Schüler der elften Klassen bei der Info-Veranstaltung „Nach der Schule ins Ausland“. Eingeladen hatten das Europe-Direct- Informationszentrum Coburg und das Bildungsbüro der Stadt Coburg.

Vier verschiedene Workshops wurde angeboten; zu den Themen „Jobs und Praktika im Ausland”, „Studieren im Ausland”, „Europäischer Freiwilligendienst” und „Au Pair”. Geleitet wurden die Workshops jeweils von fachkundigen Referentinnen von der Hochschule Coburg, dem Eurodesk-Netzwerk, dem Europeer-Netzwerk und dem bundesweiten Au Pair-Verband.

In ihren Workshops vermittelten die Referentinnen bei einem Vortrag Grundsätzliches und beantworteten im Anschluss Fragen der jungen Zuhörer. Zudem konnten sich die Teilnehmer mit Informationsmaterial in Form von Broschüren und Merkblättern eindecken. Knapp 200 Schülerinnen und Schüler der Coburger Gymnasien nahmen das Angebot wahr.

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Viele Zuhörer wollten etwas über „Studieren im Ausland“ erfahren.
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Die Veranstaltung fand dieses Jahr im Haus Contakt statt.

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Creidlitzer Schüler feiern ihren Europa-Preis

Die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Creidlitz waren mit ihrem Film „Europa und wir“ beim Wettbewerb um den Coburger Europapreis erfolgreich. Ihren Sieg feierten sie zusammen mit der ganzen Schule.

24. Juli 2015 Was für ein Schultag: Pizza, Limo, Eis und Popcorn – und ein lustiger Film, den die ganze Schule zusammen auf der Großleinwand anschauen durfte: So feierte die Grundschule Creidlitz den Sieg der Kombiklasse 3/4 beim Wettbewerb um den Coburger Europa-Preis.

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Alle Schüler der Creidlitzer Grundschule bekamen Eis, Popcorn und Pizza und durften gemeinsam einen Film schauen. Foto: Miriam Hegner/Europe-Direct

Ausgerichtet worden war der Europa-Preis bereits zum dritten Mal vom Europe-Direct Informationszentrum Coburg, der VR-Bank Coburg und der IHK zu Coburg. In vier Kategorien gibt es dabei Preise zu gewinnen, für Schüler und Azubi-Gruppen, die sich besonders intensiv mit dem Thema Europa auseinandersetzen.

Die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Creidlitz hatten sich in diesem Schuljahr nicht nur ausführlich mit den Ländern der EU beschäftigt, sondern sogar einen kurzen Film gedreht, der unter anderem Feste, Traditionen und Spezialitäten thematisiert. Das hatte die Jury überzeugt: Der Europa-Preis für die erste bis vierte Klasse ging nach Creidlitz. Offiziell überreicht wurde der Preis bereits – in feierlichen Rahmen in der Ehrenburg.

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Steffi, Luca, Joel und Emil freuten sich über die Schulfeier, die die VR-Bank spendiert hatte. Petra Schulz und Jürgen Fischer von der VR-Bank freuten sich mit, genauso wie Lehrerin Kristin Jahn und Franziska Bartl von Europe-Direct Coburg (von links). Foto: Miriam Hegner/Europe-Direct Coburg

Der Gewinn war ein Kinobesuch für die beteiligten 25 Schüler. „Uns war es aber wichtig, dass alle Kinder unserer Schule gemeinsam feiern konnten“, erklärt Lehrerin Kristin Jahn. „Wir haben ja nur knapp 50 Schüler – da lässt sich das gut umsetzen.“ Deshalb wurde der Ausflug ins Kino in eine Schulfeier umgewandelt. Statt Kinokarten zu spendieren, überreichte die VR-Bank, die den Europa-Preis sponsert, einen Scheck, von dem die Schule Pizza, Eis und Co. kaufen konnte. „Das war genau das richtige“, ist sich Jahn sicher. „Die Kinder hatten einen Riesenspaß.“


Friede in Europa und genmaisfreie Cornflakes:

Wo Alltag auf EU trifft

Wieso die Europäische Union wichtig ist und wo man ihr im Alltag begegnet, erfuhren Coburger Schüler bei dem Vortag „EU-Wozu?“, zu dem das Europe Direct Informationszentrum eingeladen hatte. In der anschließenden Diskussionsrunde war vor allem Griechenland heißes Thema.

20. Juli 2015 Die EU, denken viele, sei weit weg und habe mit dem täglichen Leben gar nichts zu tun. Dabei begegnet sie einem von morgens bis abends: Etwa beim Frühstück mit per EU-Verordnung genmaisfreien Cornflakes, beim Weg zur Schule, auf dem die Autofahrer einen dank EU-normgerechtem Rückspiegel nicht über den Haufen fahren, oder beim Abendbrot, zu dem es original spanische, EU-herkunftsgeschützte Wurst gibt.

Dr. Carolin Rüger, Politikwissenschaftlerin an der Uni Würzburg, erklärte Coburger Schülern, wie die EU funktioniert. Foto: Hegner/Europe Direct

Mit diesen und weiteren anschaulichen Beispielen eröffnete Carolin Rüger ihren Vortrag „EU-Wozu?“, zu dem rund 300 Schüler der Oberstufen der Coburger Gymnasien sowie der Berufsschule I gekommen waren. Eingeladen hatte das Europe Direct Informationszentrum Coburg.

Anschaulich und übersichtlich präsentierte die Referentin, Politikwissenschaftlerin an der Uni Würzburg, wie die EU organisiert ist, welche Institution welche Aufgaben und Befugnisse hat und wie die EU das Leben der Menschen in Europa berührt. „Nur wer noch nie verreist ist, noch nie zur Schule gegangen ist, noch nie Wasser getrunken oder Luft geatmet hat, hatte noch nie Kontakt mit der EU“, so Rüger – denn überall in den Bereichen Arbeiten, Reisen, Gesundheit und Bildung gebe es EU-weite gemeinsame Leitlinien und Gesetze.

Rüger machte die Bedeutung der EU für die Länder in Europa deutlich: „Frieden. Wer an Europa zweifelt, soll Soldatenfriedhöfe besuchen‘“, zitierte sie Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission. Sie warf auch einen Blick in die Zukunft: „Die Bevölkerung in Europa schrumpft, die Menschen werden immer älter.“ Anders sehe es dagegen in China, Indien oder Südamerika aus: „Dort wachsen Bevölkerung und Wirtschaft. Die europäischen Länder müssen zusammenstehen, wenn sie nicht eines Tages in Macht- und Bedeutungslosigkeit versinken wollen.“
Auch die berühmte Geschichte von der EU-verordneten Gurkenkrümmung konnte sie zurechtrücken: „Das war ein Wunsch der Wirtschaft, der Unternehmen. Damit sie genau berechnen können, wie viele Gurken in einen Karton passen. Die EU selbst hätte diese Regelung gern abgeschafft.“

Über 300 Schüler waren der Einladung des Coburger Europe Direct Informationszentrums ins Kongresshaus gefolgt. Foto: Miriam Hegner/ Europe Direct

Im Anschluss an den Vortrag hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder zu kommentieren. Heißes Thema war hier Griechenland, wobei sowohl Stimmen für eine weitere Unterstützung des Staats wie auch dagegen zu hören waren. „Griechenlands Einwohnerzahl und Bruttoinlandsprodukt sind so gering – könnte es die EU wirtschaftlich nicht verkraften, wenn Griechenland nicht mehr dabei wäre?“ wollte etwa ein Schüler wissen. Wirtschaftlich habe er da Recht – „aber es gibt auch eine politische Dimension“, erklärte Rüger. „Dann hätten wir einen gescheiterten Staat am Rande Europas und ein neues Flüchtlingsproblem. Statt Krediten würden wir humanitäre Hilfe gewähren müssen.“

Ein anderer wies drauf hin, dass Griechenland damals Deutschland den Schuldenschnitt gewährt habe, als es um Reparationszahlungen für den Zweiten Weltkrieg ging. „Warum will man jetzt nicht das gleiche für Griechenland tun?“. Ob sie glaube, dass die europäischen Länder sich je auf eine gemeinsame Finanzpolitik einigen werden, wollte ein anderer von der Referentin wissen. „Im Moment sieht es so aus, als ob das noch eine Weile dauert“, so ihre Antwort. „Aber: Wunder darf man in der EU nicht ausschließen.“ Wenn man bedenke, dass Ende der 40er Jahre Europa in Schutt und Asche gelegen hatte, und sich nur ein paar Jahre später Staats- und Regierungschefs, die sich zuvor bekriegt hatten, darauf einigen konnten, in rüstungsrelevanten Wirtschaftsbereichen zusammen zu arbeiten, dann sei das doch wie ein Wunder gewesen. „Und so etwas könnte schließlich wieder passieren.“


Verleihung des 3. Coburger Europapreis für Schulen, Schulklassen, Schüler- und Azubigruppen: Das sind die Gewinner!

26. Juni 2015 Das Europe Direct Informationszentrums Coburg, die IHK zu Coburg und die VR-Bank Coburg hatten bereits zum dritten Mal den Coburger Europapreis für Schulen, Schulklassen und Schüler- bzw. Azubigruppen ausgeschrieben. Der Europapreis wird in folgenden Kategorien verliehen: Europapreis für 1.-4. Klassen, Europapreis für Klassen und Gruppen, Europapreis für unternehmerisches Engagement für Europa und Europapreis für Schulen.

Aus allen eingereichten Projekten hat eine Fachjury die Gewinner ermittelt. Die Preisträger haben sich im vergangenen Schuljahr aktiv mit der Europäischen Union auseinandergesetzt und damit die Entwicklung eines europäischen Bewusstseins unter den Schülern gefördert. Die festliche Preisverleihung fand unter der Schirmherrschaft von Hubertus Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha am 26. Juni 2015 statt. Und das waren die Gewinner:

3. Coburger Europapreis/ Schulpreis:

Staatliche Wirtschaftschule Coburg: „Die Wirtschaftsschule feiert Europa“

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Europapreis für unternehmerisches Engagement für Europa:

Firma Kaeser Kompressoren: „Eine Chance für den Nachwuchs“

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Europapreis für 1.-4. Klassen:

Kombiklasse 3/4 Grundschule Creidlitz: „Europa und Wir“

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Europapreis für Klassen und Gruppen:

Bulgarien-Gruppe des Gymnasiums Albertinum: „Bulgarien in Coburg“

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Hier lesen Sie einen ausführlichen Bericht des Coburger Tageblatts.

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