Berichte

 

 

Das 1. Coburger Stadtfest

 

Am 01. Juli nahm das Europe Direct Informationszentrum (EDIC) mit einem Stand am 1. Coburger Stadtfest im Rosengarten teil. Zusammen mit dem Geschäftsführer der vhs, Herrn Rainer Meier, und der Koordinierungsleitung der Partnerschaft für Demokratie in Coburg , Frau Laura Jahn, informierten wir über Veranstaltungen, teilten Infomaterialien aus und suchten das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Coburg.

Neben vielen weiteren Ständen hatte das Stadtfest, das auch gleichzeitig den Auftakt der Internationalen Woche bildete, viel zu bieten: Ein rundes und vielseitiges Programm mit unterschiedlichen Bands, Spielen und Tanzgruppen so wie eine Menge kulinarische Köstlichkeiten, wie beispielsweise selbstgemachte Burger, Pasta, Schaschlik, italienisches Eis, Hot Dogs…

Anlässlich des Stadtfestes wurde einmal mehr die Vielseitigkeit Europas unter Beweis gestellt: Zum Beispiel durch die Stände des Städtepartnerschaftsvereins und der Caritas, welcher unter anderem zu einem  Plausch mit Menschen aller Nationen einlud. Speziell das EDIC informierte alle wissbegierigen Bürger über die Europäische Union und wies auf die kommenden örtlichen Veranstaltungen hin.

Wir verbachten einen rundum heiteren und erfolgreichen Tag mit vielen informativen Gesprächen über Europa und die gemeinsame Zukunft aller Coburger.

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Rainer Maier, Geschäftsführer der vhs Coburg und Thomas Nowak, 3. Bürgermeister der Stadt Coburg (Foto: Annika Köferlein)

 

 

Das 1. Coburger Europa-Planspiel

 

Die politische Zukunft der EU steht am Scheideweg: Ob sich die Entwicklung hin zum Staatenbund, Bundesstaat oder in eine völlig andere Richtung neigt – betroffen sein werden alle Europäer!
Daher haben wir am 8. und 9. Mai die Diskussion um die Zukunft der EU in Coburger Schulen getragen – mit einem völlig neuen Format, dem Coburger Europa-Planspiel zum Thema: „Welches Europa wollen wir?“

Das Europe Direct Informationszentrum Coburg arbeitete hierbei zusammen mit einem bewährten Partner – der Europäischen Akademie Bayern e.V. und deren Vertreterin Tabea Schneider. Am 1. Coburger Europa-Planspiel nahmen teil: das Arnold-Gymnasium/Neustadt bei Coburg, das Alexandrinum und das Casimirianum mit insgesamt 194 Schülern!

Die Schüler begriffen sich in diesem etwa 3,5 stündigen Rollenspiel als Entscheider-Gremium innerhalb der EU (dieses Gremium war bewusst unspezifisch gehalten, um die Analogie nicht überzustrapazieren). Diese Versammlung hatte die Aufgabe, eine Empfehlung auszusprechen, wohin sich die EU entwickeln solle – dabei stand ein breites Spektrum zur Auswahl, von einer Union der Willigen  bis hin zu weiterer Vertiefung und Ausweitung…
Unser Konzept setzte zunächst auf die Vermittlung präziser Fakten im Impulsvortrag; anschließend sollten sich die Schüler durch das Beziehen einer Sach-Position aktivieren, ehe sie für einen abschließenden und freien (das heißt Gruppen-unabhängigen) Entscheidungsprozess Gelegenheit erhielten.

Nach vielen spannenden Diskussionen an zwei ereignisreichen Tagen danken wir allen Schülern und Lehrern für die rege Beteiligung und freuen uns schon auf nächstes Jahr und das 2. Coburger Europa-Planspiel!

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Helge Jost Kienel, Leiter des Europe Direct Informationszentrums Coburg
(Foto: Annika Köferlein)

 

 

 

 

Die neue Broschüre des Europe Direct Coburg ist da:

„Der Brexit“

Unsere europäische Integration sonnt sich zu Recht im Glanz ihrer erstaunlichen Erfolgsgeschichte: Seit 1951, als die Bundesrepublik Deutschland mit den Benelux-Staaten, Frankreich und Italien die Montanunion gründete, blüht der beruhigende Gedanke eines fortwährenden Zusammenwachsens europäischer Staaten. Denn nach zwei Blut-triefenden Weltkriegen, die unseren Kontinent in Schutt und Asche legten, wurden die Vorteile einer fruchtbringenden Zusammenarbeit möglichst vieler Europäer Brexit-titelimmer offensichtlicher. Umso fassungsloser stehen heute diese Generationen, welche inzwischen die Früchte der EU genießen durften, vor dem Entschluss des Vereinigten Königreichs, diese Staatengemeinschaft zu verlassen; denn mit ihrem Referendum vom 23. Juni 2016 stimmten die Briten (in demokratischer Abstimmung) tatsächlich für ihren Austritt aus der EU! Seither herrscht in der Europäischen Union Katerstimmung, während Großbritannien sich in der altbewährten Strategie der „Stiff Upper Lipp“ übt: Haltung bewahren – gerade in stürmischen Tagen! Und wirklich hat das Vereinigte Königreich auf den Brexit-Verhandlungen wenig zu lachen, wo die EU klarstellen will und muss, dass ein Austritt aus der Union sich für keinen Staat lohnen kann, auch nicht für eine ehemalige Weltmacht! Doch nicht nur dem Inselreich, sondern gerade den verbleibenden 27 EU-Staaten drohen handfeste Nachteile: Zu eng sind durch Globalisierung und Nachkriegsbündnisse die Schicksale der europäischen Staaten miteinander verschweißt, als dass dem Ausscheiden eines der größten EU-Nettozahler nicht ernsthafte Konsequenzen auch für seine ehemaligen EU-Genossen folgen müssten. Daher lohnt es sich nachzufragen, was gerade Nicht-Briten heute über den Brexit denken, nachdem die unmittelbare Empörung abgekühlt ist und sich erste Folgen in Politik und Wirtschaft auszuwirken beginnen. Dazu hat das Europe Direct Informationszentrum  Coburg einen Fragenkatalog an Coburger Politiker, Unternehmer und Bürger gesendet, um deren Meinungen einzuholen über diese wirklich historische Erschütterung der Europäischen Union.

Die Broschüre ist kostenlos in den Räumen des Europe Direct Informationsbüros erhältlich (Löwenstraße 12, 96450 Coburg).

 

 

 

 

 

Feierliche Verleihung des 5. Coburger Europa-Preises im Riesensaal des Schlosses Ehrenburg

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(Bericht über die Preisverleihung am 28. September 2017)

Einen besonderen Höhepunkt jedes Coburger EDIC-Jahres stellt die Verleihung des Coburger Europa-Preises dar: Jedes Jahr wetteifern zahlreiche Schulen aus den Regionen Coburg und Sonneberg um die begehrten Preise der Bewertungsjury. Bewerben können sich Schulen, Schulklassen, Schüler- oder Azubigruppen, die sich im Schuljahr 2016/17 aktiv mit Europa und der Europäischen Union auseinandergesetzt haben. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft von Hubertus Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha und wird großzügig gesponsort von der VR-Bank Coburg eG, der IHK zu Coburg und der Niederfüllbacher Stiftung.

Für den diesjährigen Europa-Preis wurde in der Kategorie „Schulpreis“ die Freiherr-von-Rast-Schule Staatliche Berufsschule I Coburg ausgewählt; das Motto „Europa an der Freiherr-von-Rast-Schule“ war für viele Schüler und Lehrer ein Jahr lang Programm: Mit Auslandspraktiken in Belgien, Schweden und Österreich, einer Europa-Projektwoche oder der Veranstaltung „Luther und Europa“….

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Vertreter der Freiherr-von Rast-Schule Staatliche Berufsschule I Coburg (Sieger in der Kategorie „Schulpreis“) mit Schirmherr Erbprinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha, Helge Jost Kienel (Leiter des Europe Direct Informationszentrums) und Siegmar Schnabel (Hauptgeschäftsführer der IHK zu Coburg). (Foto: Nadine Düthorn)

Als Preisträger in der Kategorie Gruppenpreis für Gymnasien setzten sich Schülerinnen und Schüler vom Arnold-Gymnasium in Neustadt bei Coburg durch, mit ihrem Projekt „Fränkisch-Mallorqinischer Kulturaustausch – Mehr als Ballermann“: Im Oktober 2016 reisten 30 Choristen und 8 Schüler eines Organisatoren-Teams nach Palma de Mallorca zu ihrem Choraustausch mit dem bekannten Mädchenchor „San Francesco de Palma de Mallorca“. Neben zahlreichen weiteren Auftritten krönte diese musikalische Reise ein Konzert in der gewaltigen Kathedrale von Palma!

Die Sieger der Kategorie Gruppenpreis waren die Angehörigen der Musik-AG aus der Grund- und Mittelschule Bad Rodach mit der Aufführung ihres Musicals „Eule findet den Beat auf Europatour“. In drei begeisternden Vorstellungen verzauberten über 50 Schülerinnen und Schüler ihr Publikum – unter anderem auf der bekannten Waldbühne in Heldritt.

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Schülerinnen und Lehrerinnen der Grund- und Mittelschule Bad Rodach mit Schirmherr Hubertus Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha, sowie Siegmar Schnabel (Hauptgeschäftsführer der IHK zu Coburg). (Foto: Nadine Düthorn)

Für die angemessene Würdigung all dieser bemerkenswerten Leistungen im Geiste Europas fand am 28. September die Feierliche Preisverleihung im prachtvollen Riesensaal des Schlosses Ehrenburg statt. Hier wurden zunächst die Sieger-Projekte vorgestellt, ehe Schirmherr Hubertus Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha, gemeinsam mit den Förderern (Herr Kipke, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Coburg; Herr Schug, Vorstand; Herr Schnabel, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Coburg) die Urkunden und Preise überreichte: Der Schulpreis wurde mit einer Prämie von 750,- Euro dotiert, die Gruppenpreise mit Erlebnisfahrten für alle Beteiligten!

Den mitreißenden musikalischen Rahmen gestalteten die Preisträger vom Arnoldgymnasium und der Grund-und Mittelschule Bad Rodach.

Zum Ausklang des Festaktes bat Helge Jost Kienel, Leiter des Europe Direct Informationszentrums Coburg, die Festgemeinde in den Hof der Ehrenburg zu einem heiteren Imbiss.

 

 

Veranstaltungs-Bericht:

„Brexit – wo geht die Reise hin?“

 Vortrag von Paul Heardman, britischer Generalkonsul in München

(Bericht über den Vortrag des britischen Generalkonsuls am 20. September 2017 in der Aula des Gymnasiums Casimirianum Coburg)

Eine der größten EU-Überraschungen bereitete sicherlich das Votum der Briten für den Brexit im vergangenen Jahr. Seither ringen viele Beteiligte ebenso um ihre Fassung wie um einen möglichst schonenden Ausgang für die jeweils eigene Seite: Die britische Regierung kämpft für den sanften Brexit – die EU-Kommission dagegen neigt dazu, ein wirkmächtiges Zeichen zu setzen, dass Amputationen ihres Territoriums nicht folgenlos geduldet werden. Zahllose EU-Bürger wiederum versuchen vergeblich die Beweggründe der Briten zu verstehen und fürchten die Konsequenzen…

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Paul Heardman (Britischer Genereralkonsul in München) in der Aula des Gymnasiums Casimirianum/Coburg (Foto: Rainer Maier)

Daher stieß der Vortrag des britischen Generalkonsuls Paul Heardman zum Thema „Brexit – wo geht die Reise hin?“ in Coburg auf ausgesprochen lebhaftes Interesse: Am Mittwoch, den 20. September 2017, sprach der britische Diplomat vor einer gut gefüllten Aula des Gymnasiums Casimirianum in Coburg – eine Veranstaltung zu der das Europe Direct Informationszentrum Coburg in Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Coburg geladen hatte.

Der Generalkonsul widersprach zunächst  landläufigen Vorwürfen und vermeintlichen „Irrtümern“ bezüglich des Brexit: „Wir wollen nicht die EU untergraben“, betonte er ebenso entschieden, wie er Gerüchte darüber dementierte, dass sich GB aus der europäischen Militärkooperation zurückziehen wolle: „Das ist falsch! Wir haben viele Ideen, wie wir diese Kooperation ausbauen wollen.“

Weiter stellte der Generalkonsul klar, „dass Großbritannien nach wie vor ein europäisches Land bleibt; wir wollen eine enge tiefe Partnerschaft mit der EU, aber wir verlassen Europa nicht.“ Als souveräner Staat werde GB allerdings wichtige Fragen z.B. der  Migrationspolitik selbst regeln: „Eigene Migrationspolitik, das heißt nicht Grenzen zu schließen, sondern die Entscheidung über britische Migrationspolitik wird in Großbritannien gemacht!“

Freilich gestand Heardman auch Schwierigkeiten während einer gewissen Übergangsphase zu: „Es wird vielleicht ein Nachteil, dass Großbritannien nicht mehr am Tisch sitzt bei der Gestaltung des Binnenmarktes (….).“

Grundsätzlich aber war der Referent um eine eher positive Grundstimmung bemüht: „Wir sind optimistisch, dass wir, wie die Briten es gewohnt sind, pragmatische Lösungen finden.“

Im Anschluss an seinen Impulsvortrag widmete sich Heardman ausführlich den regen Fragen seines ambitionierten Publikums, wodurch ein  weiter thematischer Bogenschlag  von der Handelspolitik  bis zur Flüchtlingskrise gelang.

Den größten Eindruck mag aber die wiederholte Einladung des Generalkonsuls an alle Zuhörer gemacht haben, sein Land zu besuchen – und sein eindringlicher Appell: „Es ist wichtig, dass Menschen zusammenkommen!“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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