“Die Erfolgsstory schlechthin”

28. Januar 2010

 

Burgkunstadt – Ganz im Zeichen Europas stand am Gymnasium Burgkunstadt im Landkreis Lichtenfels jetzt ein Unterrichtsprojekt mit dem ehemaligen Abgeordneten des Europäischen Parlaments Dr. Heinz Köhler (Foto) aus Mitwitz. In der Aula der Schule stellte sich der Politiker den kritischen Fragen aus dem Kreise der rund 70 Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe sowie besonders der 10 Mitglieder der „IG Europa“. Der Interessengemeinschaft (IG) gehören Schülerinnen und Schüler verschiedenen Alters an; ihr Engagement geht zurück auf die Initiative von Margret Schneider (Foto).

Schneider war es auch, die bereits im vergangenen Jahr auf das Europe Direct Informationszentrums zugegangen war, um gemeinsam mit dessen Leiter Sven Reuß und dem Oberstudienrat Winfred Bogdahn die Veranstaltung für Burgkunstadt zu organisieren. Bereits im November hatte an dem Gymnasium Dr. Gesine Schwan gesprochen, die ehemalige Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder.

Die Veranstaltung mit Dr. Heinz Köhler leitete – nach der Begrüßung des Schulleiters Werner Fischer – Sven Reuß mit einer Präsentation des Netzwerkes Europe Direct ein. Reuß stellte das breite Dienstleistungsangebot des Informationszentrums vor. Er bot den Schülern seine Unterstützung auch für Arbeiten an Referaten und Facharbeiten zu Themen der europäischen Integration an.

Dr. Heinz Köhler erinnerte einleitend an Zustände wie langwierige Kontrollen an den Grenzen der westeuropäischen Länder, an umständliches Wechseln der D-Mark in fremde Währung und – vor allem – an Zeiten, in denen es Protagonisten der Integration wie Konrad Adenauer darum ging, auf dem von Krisen und Krieg betroffenen Kontinent für die Zukunft Hunger und Leid von den Menschen abzuwenden. Köhler nannte die Union daher „die Erfolgsstory der europäischen Staaten schlechthin“. Die Notwendigkeit des Miteinanders ergebe sich heute auch aus Erfordernissen des Umwelt- und Verbraucherschutzes.

Um die verschiedenen Politikfelder – und um Persönliches – ging es anschließend auch in einer Fragerunde. Was sie besonders interessierte, hatten die exzellent vorbereiteten Schülerinnen und Schüler der „IG Europa“ vorab auf Zetteln notiert. Aus nach Themen unterschiedenen Körben durfte Heinz Köhler sodann die Zettel ziehen – solange die Zeit von zwei Unterrichtsstunden reichte.
- ed -


Wirtschaftliche Potentiale nutzen

20. Januar 2010

Coburg – Die europäische Dienstleistungsrichtlinie und deren Bedeutung besonders für Freie Berufe, das waren jetzt die Themen einer öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltung des Europe Direct Informationszentrums an der Volkshochschule Coburg. Europe Direct hatte dazu in Zusammenarbeit mit der Kanzlei Linse, Coburg, sowie den lokalen und regionalen Vertretern von Rechtsanwälten, Steuerberatern und Architekten eingeladen. Referentin war die Rechtsanwältin Saskia Wouterson aus Regensburg, Mitarbeiterin der Kanzlei Linse.

Das Thema des Abends gewinnt seine herausragende Bedeutung daraus, dass die Integration Europas die Europäische Union zu einem der führenden Wirtschaftsräume hat werden lassen, doch gerade das Potenzial des Dienstleistungssektors für Wachstum und Beschäftigung bislang bei Weitem nicht ausgeschöpft werden konnte. Die europäische Dienstleistungsrichtlinie (Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2006) soll dies nun ändern. Sie ist Ende 2006 in Kraft getreten – und war in den Mitgliedstaaten der Union bis zum 28. Dezember 2009 umzusetzen.

Wie die Referentin verdeutlichte, soll die Reform über Grenzen hinweg Rechts- und Verwaltungshindernisse abbauen, den Handel mit Dienstleistungen vereinfachen und so beitragen, den Binnenmarkt weiter zu stärken. Bislang war es mancherorts zum Beispiel erforderlich, vor der Aufnahme einer Tätigkeit dort erst eine eigene Niederlassung zu gründen. Kern der Regel ist nun: Jeder, der sich in seinem Heimatland ordnungsgemäß wirtschaftlich betätigt, darf seine Dienstleistung ohne Weiteres auch im Ausland anbieten und erbringen.

Die Richtlinie gilt umfassend, so für das Baugewerbe und das Handwerk, für den Einzelhandel, für unternehmensbezogene Dienste wie das Reinigen und Warten von Büros oder die Unternehmensberatung und Werbung sowie für die Fremdenverkehrs- und die Immobilienbranche. Und die Reform gilt auch für die meisten Freien Berufe, so für Rechtsanwälte, Steuerberater und Architekten.

Eine bedeutende Rolle spielen die so genannten Einheitlichen Ansprechpartner. Über diese können Dienstleister, wenn sie grenzüberschreitend in Europa tätig werden wollen, alle für ihre Tätigkeit relevanten Verfahren und Formalitäten aus einer Hand elektronisch abwickeln. Informationen und Hinweise auf den jeweils zuständigen Ansprechpartner erhalten Anbieter aus dem Ausland im Internet unter www.dienstleisten-leicht-gemacht.de, einer Website des Bundeswirtschaftsministeriums. Dienstleister aus Deutschland informieren sich über Ansprechpartner im Ausland unter www.eu-go.eu.

In Bayern sind Ansprechpartner zunächst die Kammern der gewerblichen und freien Berufe. Existiert für den betreffenden Beruf keine eigene Kammer, so ist die örtlich zuständige Industrie- und Handelskammer verantwortlich. Zusätzlich erfüllen bestimmte Landkreise und kreisfreie Städte für ihr Gebiet die Aufgaben des Einheitlichen Ansprechpartners. Soweit mehrere Institutionen zuständig sind, kann eine ausgewählt werden.

Für Anbieter aus dem Ausland, die in Coburg tätig werden wollen, sind Einheitliche Ansprechpartner die Bayerische Architektenkammer in München, die Bayerische Ingenieurekammer-Bau in München, die Bayerische Landestierärztekammer in München, die Handwerkskammer für Oberfranken in Bayreuth, die Industrie- und Handelskammer zu Coburg, die Rechtsanwaltskammer Bamberg und die Steuerberaterkammer Nürnberg (http://www.eap.bayern.de/adressen/einheitliche-ansprechpartner-bayern).


Fränkisches für den Europäer

8. Januar 2010

 

Coburg – Viel Beifall und, überreicht von Rainer Maier, dem Geschäftsführer der Volkshochschule Coburg (Foto),  eine Flasche Frankenwein und feines Honiggebäck namens “Coburger Schmätzchen” – das war der Lohn für die engagierte Rede, die EU-Kommissar Günter Verheugen am Freitag, 8. Januar, in Coburg führte.  Der Vizepräsident der Europäischen Kommission gastierte im Haus “Contakt” der evangelischen Kirche auf Einladung des Europe Direct Informationszentrums an der Volkshochschule Coburg. Rund 100 Interessierte waren dabei.

ed / Foto: Iris Kroon-Lottes